Tödliches Unglück

Frau stürzt beim Fotografieren in Niagarafälle

Sie wollte nur ein Foto schießen: Bei dem Versuch ein schönes Bild zu machen, fiel eine 19-jährige Japanerin in die Niagarafälle. Ihre Leiche konnte nicht gefunden werden - dafür die eines Mannes.

„Donnerndes Wasser“ bedeutet Niagara in der Sprache der indianischen Ureinwohner. Die Wasserfälle des Flusses sind auf der ganzen Welt für ihre raue Schönheit berühmt. Jetzt wurden sie einer 19-jährigen Japanerin zum Verhängnis.

Kurz vor dem Unglück habe er sie noch gesehen, berichtete ein Augenzeuge. Wie sie mit einer Freundin lachend Fotos von den Wasserfällen gemacht und dafür auf einen der Felsen hinter den Absperrungen geklettert sei. „Ich hätte etwas zu ihr sagen sollen“, sagt der Mann später dem "Toronto Star“. Da war die junge Frau wohl bereits tot.

Aufnahmen von Überwachungskameras bestätigen die Version des Zeugens: Die 19-Jährige, die in Toronto studiert haben soll, sei darauf zu erkennen, wie sie bei den "Horseshoe Falls" die Absperrung überwinde, sagte der Chef der kanadischen Parkpolizei, Doug Kane gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters".

Mit einem Schirm in der Hand hätte sie sich fotografieren lassen und wollte offenbar gerade zurück klettern, als sie ausrutschte und 25 Meter in die Tiefe stürzte.

Zwar leitete die von der Freundin der Verunglückten alarmierte Polizei nur rund 20 Minuten später eine groß angelegte Suchaktion ein, konnte die junge Frau jedoch nicht bergen.

Unbekannte Männerleiche bei der Suche gefunden

Stattdessen wurde eine bislang nicht identifizierte Männerleiche gefunden, die allerdings nicht mit dem Unfall der Japanerin in Zusammenhang stehen soll. Die Identität der Frau wollten die Behörden aus Rücksicht auf ihre Familie nicht bekannt geben.

Es ist nicht das erste Mal, dass in den Naturgewalten des beliebten Ausflugsziels unvorsichtige Besucher verunglücken. Nur wenige Stunden zuvor war bereits an anderer Stelle ein 27-Jähriger Engländer in den Fluss gefallen, nachdem er Sicherheitsabsperrungen überwunden hatte. Der Mann kam vergleichsweise glimpflich davon: Er brach sich lediglich ein Bein und konnte zusammen mit einem ihm zur Hilfe geeilten Freund von der Feuerwehr gerettet werden.

Seit 1903 starben sieben Menschen durch Unfälle

Fast immer seien derartige Vorfälle mangelnder Vorsicht geschuldet, sagte Dough Kane: „Millionen von Besuchern haben die Niagarafälle und den Fluss bislang besucht und wenn sie sich an die Sicherheitsvorschriften gehalten haben ist nie etwas passiert.“

Die Niagarafälle liegen zwischen dem US-amerikanischen Bundesstaat New York und der kanadischen Provinz Ontario. Auf der kanadischen Seite, an der die Japanerin verunglückte, sind die Fälle 57 Meter hoch und das Wasser fließt mit rund 40 Stundenkilometern. 168.000 Kubikmeter Wasser stürzen jede Minute über die Felskante.

Zur Sicherheit der Besucher sind die steilen Stellen mit bis zu 1,2 Meter hohen Absperrungen versehen. Warnschilder weisen auf die Gefahren hin und Polizisten patrouillieren regelmäßig. Seit 1903 starben laut „Toronto Star“ trotzdem sieben Menschen durch Unfälle an den Niagarafällen.

Viele Unglücke am Niagara passieren aber nicht auf Grund von Leichtsinn.

Laut "Daily Mail" erfreuen sich die Wasserfälle bei Selbstmördern trauriger Beliebtheit. Expertenschätzungen zufolge stürzen sich jedes Jahr zwischen 20 und 25 Menschen in die Fluten um ihr Leben zu beenden. Nur die Golden Gate Bridge in San Fransisco zieht jährlich noch mehr Lebensmüde an.

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