Zerstückelte Frauenleiche

Otto H. war für "jähzornige Ausraster" bekannt

Im Fall der zerstückelten Frauenleiche von Nindorf wird ein psychologisches Gutachten zum mutmaßlichen Täter erstellt. Der 78-Jährige galt im Dorf als aggressiv.

Foto: dapd / dapd/DAPD

Die Polizei sucht die noch nicht entdeckten Körperteile der ermordeten Rentnerin Käthe H. aus Nindorf (Landkreis Stade). Beamte mit Leichenspürhunden konzentrierten sich dabei rund um den Ort Apensen, wo auch die anderen Körperteile der 79-Jährigen gefunden wurden, wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage sagte.

Der unter Mordverdacht stehende Ehemann äußerte sich unterdessen nach wie vor nicht zur Tat. Die Staatsanwaltschaft will nun ein psychologisches Gutachten erstellen lassen.

Der 78 Jahre war am Samstag von der Polizei festgenommen worden. Er soll seine Frau in der gemeinsamen Wohnung ermordet, zerstückelt und die Körperteile an verschiedenen Orten abgelegt und teilweise angezündet haben. Die Körperteile wurden von Autofahrern und Spaziergängern entdeckt. Nicht gefunden wurden bisher die Unterschenkel und Füße der Frau.

Derweil sind weitere Details zum mutmaßlichen Täter bekannt geworden. Der Mann war schon in der Vergangenheit polizeilich auffällig, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Neben einem kleineren Ladendiebstahl war er zweimal wegen Hausfriedensbruch angezeigt worden. Ein anderes Mal hatte er zwei Kinder mit einem Gehstock auf die Finger geschlagen, sagte der Sprecher weiter.

"Jährzornige Ausraster" des mutmaßlichen Täters

Der „ Bild “-Zeitung sagte eine Nachbarin der Getöteten, diese habe unter den „jähzornigen Ausrastern“ ihres Mannes gelitten, der im Dorf als „Rüpel-Opa“ bekannt gewesen sei. Otto H. habe seine Arbeit in einer Fabrik wegen Alkoholproblemen verloren und solle sogar versucht haben, mit einem Traktor den Sohn des stellvertretenden Bürgermeisters Peter Wiechern (64, CDU) zu überfahren: „Wir standen auf einem Acker und wollten pflügen, H. fuhr wie ein Wahnsinniger auf meinen Sohn zu. Er konnte gerade noch zur Seite springen“, sagte der Politiker zu „Bild“.

Käthe H. habe immer wieder Beschwerden über ihren Mann gehört und sei vor etwa zwei Wochen zu ihrer Schwester gereist, wo sie womöglich den Entschluss gefasst habe, sich nach fast 50 Jahren Ehe scheiden zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer privat begründeten Tat aus. Es müssten aber die Ermittlungsergebnisse abgewartet werden. Untersuchungen am Auto des Rentners würden derzeit noch auf Spuren ausgewertet.

Zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen machte der 78-jährige keine weiteren Angaben. Er mache keinen verwirrten Eindruck und sei örtlich und sozial orientiert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es soll ein psychologisches Gutachten erstellt werden.