Serienmörder

Cleveland-Killer erhält trotz Reue die Todesstrafe

Seine Entschuldigung nahmen ihm weder die Angehörigen noch der Richter ab: Anthony Sowell wurde für den Mord an elf Frauen zum Tode verurteilt.

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Ein US-Gericht hat einen Serienmörder zum Tode verurteilt, der elf Frauenleichen in seinem Haus und auf seinem Hof im Bundesstaat Ohio verwesen ließ. Richter Dick Ambrose folgte am Freitag einer entsprechenden Empfehlung der Geschworenen.

„Das Gericht misst der Reuebekundung des Angeklagten kein Gewicht bei“, sagte Ambrose. Der 51-jährige Angeklagte Anthony Sowell hielt bei der Urteilsverkündung seine Augen geschlossen.

Bei einer Anhörung am Montag hatte sich Sowell für die Taten entschuldigt. „Das einzige, was ich sagen will, ist, dass es mir leid tut“, sagte der bereits wegen Vergewaltigung verurteilte frühere Marineinfanterist. Einige Opferangehörige wiesen die Entschuldigung jedoch als nicht ernsthaft zurück.

Sowells Opfer waren ausschließlich sozial benachteiligte schwarze Frauen, deren Verschwinden nicht immer gleich bemerkt wurde. Nach der Aufdeckung der Serienmorde in Cleveland waren Vorwürfe laut geworden, die Polizei hätte einige der Taten verhindern können.

Eine heute 37-Jährige hatte im Dezember 2008 blutverschmiert von ihrer Flucht aus Sowells Haus berichtet, wo dieser sie vergewaltigt habe. Die Beamten stuften sie aber als nicht glaubwürdig ein und leiteten kein offizielles Verfahren gegen Sowell ein, obwohl sie in seinem Haus Blut und Kampfspuren entdeckten.

Auch auf die Aussage einer zweiten Frau im April 2009, Sowell habe sie über drei Tage hinweg mehrfach in seinem Haus vergewaltigt, reagierte die Polizei nicht. Erst als im September 2009 eine dritte Frau zur Polizei ging und aussagte, dass Sowell sie in sein Haus gelockt, vergewaltigt und stranguliert habe, bevor er sie gehen ließ, wurden die Beamten tätig. Nach einem Monat nahmen sie Sowell fest und fanden die elf Frauenleichen, die mehr als zwei Jahre lang auf seinem Grundstück gelegen hatten.