Rarität

Weißes Kiwi-Küken begeistert Neuseeland

Obwohl Wappentier Neuseelands, ist der Kiwi vom Aussterben bedroht. Nun erobert ein besonderes Exemplar der flugunfähigen und nachtaktiven Vögel die Herzen der Inselbewohner: Ein seltenes, weißes Kuken ist im Vogelschutzgebiet Pukaha geschlüpft.

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Der seltene Vogel kroch am 1. Mai in einem Wildpark nahe Wellington aus dem Ei. Nun wird er mit Hackfleisch und Gemüse von Hand aufgezogen. Der Kiwibestand in Neuseeland ist gefährdet.

Video: Reuters
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Sie sind so selten, dass jedes ihrer Exemplare kostbar ist: Neuseelands Wappenvögel, die Kiwis, sind vom Aussterben bedroht. Besondere Aufmerksamkeit genießt seit ein paar Wochen der vermutlich erste weiße Artgenosse, der in Gefangenschaft geschlüpft ist. Das hell gefiederte Küken lockt Besucher in das Vogelschutzgebiet Pukaha im Norden von Wellington und weckt weltweit Interesse an dem Einsatz für die bedrohte Spezies.

Bei öffentlichen Auftritten des weißen Vogels herrscht gespannte Stille im Schutzzentrum. Kinder bestaunen den Jungvogel mit offenem Mund, auch Erwachsene wollen einen Blick auf den außergewöhnlichen Kiwi erhaschen. „Er ist so süß, das hat mich richtig bewegt“, schwärmt eine Besucherin. Den Maori gelten Kiwis als heilige Vögel, ihre Wertschätzung im ganzen Land ist so groß, dass die Neuseeländer sich selbst als Kiwis bezeichnen. Das Schlüpfen des weißen Kükens haben örtliche Stammesangehörige mit einer Zeremonie gefeiert.

Der weiße Kiwi ist kein Albino

„Manukura“ haben die Vogelkundler das flauschige Küken getauft – in der Sprache der Maori heißt das „vom Range eines Häuptlings“. Manukura sei allerdings kein Albino, erklärt Wildhüter Tom Studholme. „Er verfügt über ein rezessives Gen, das ihn völlig weiß macht.“

Die Vogelkundler können nicht vorhersagen, wann der Effekt das nächste Mal auftreten wird. „Wir können nächstes Jahr wieder ein weißes Küken bekommen, es kann aber auch noch 50 oder 100 Jahre dauern“, sagt Studholme.

Der kleine „Häuptling“ erinnert an einen kleinen Tennisball mit staksigen Beinen – und ist auch ein Botschafter für seine bedrohten braunen Artgenossen. „Wenn sich die Menschen für Kiwis interessieren und für den Kiwi-Schutz einsetzen, dann können wir hoffentlich den Trend beim nördlichen Streifenkiwi umkehren“, sagt Wildhüter Darren Page. „Dessen Bestand geht stark zurück.“

Immer mehr junge Kiwi werden geboren

Auf insgesamt weniger als 70.000 Exemplare schätzen die neuseeländischen Behörden die Zahl der Kiwis im ganzen Land, manche Arten gelten noch immer als bedroht. Immerhin können die Wildhüter vom Vogelschutzzentrum Pukaha jetzt Erfolge melden. 14 Küken sind in diesem Jahr bereits in dem Kiwi-Schutzzentrum geschlüpft.

Seit 2005 waren es im Schnitt nur zwei pro Jahr gewesen. In dem 2001 eingerichteten Waldstück halten Fallen und Köder die Feinde der Kiwis fern. Die nachtaktiven Vögel bewegen sich frei, alle Eier, die sie legen, werden eingesammelt und ausgebrütet, damit sich keine Fressfeinde wie Hunde und Katzen darüber hermachen. Wenn sich die Küken eigenständig bewegen können, werden sie im Schutzraum ausgesetzt.

Ob Manukura allerdings jemals in Freiheit leben wird, ist noch offen. Der auffallend hell gefiederte Kiwi könnte eine leichte Beute für seine Feinde sein, sagt Wildhüter Page. Und schließlich ist der weiße Artgenosse auch etwas ganz Besonderes für seine Pfleger. „Das weiße Küken hat für uns hier alles auf den Kopf gestellt“, sagt Kathy Houkamau.

Dank Manukura hätten sich die Besucherzahlen verdoppelt. „Auf einmal haben wir eine Weltberühmtheit bei uns und jeder will sie sehen.“