Filmpremiere

Matthias Schweighöfer ist ein echtes Familientier

Partys und Urlaub werden irgendwann langweilig, eine Familie hingegen ist eine Lebensaufgabe - findet Matthais Schweighöfer, selbst Vater einer zweijährigen Tochter. Jetzt kommt sein Film "What a Man" heraus.

Foto: M. Lengemann / Martin Lengemann

Er steht ein bisschen neben sich. Auch wenn Matthias Schweighöfer ("Soloalbum") das so nicht zugeben würde. Am Tag vor der Premiere seines Regiedebüts "What A Man" (Mittwoch ab 18.30 Uhr im Sony Center), in dem er nach dem Vorbild von Multitalent Til Schweiger die Hauptrolle übernimmt, für den er das Drehbuch geschrieben und den er auch noch selbst produziert hat, wirkt der 30-Jährige gehetzt und abgekämpft. Kein Wunder. Nur die Fotos von seiner zweijährigen Tochter Greta, die kurzen Filmchen, die er mit seinem iPhone von ihr gemacht hat und die er bereitwillig abspielt, lassen die Anspannung ein wenig von ihm abfallen.

"Greta ist die coolste Frau auf dem Planeten", sagt er stolz. "Sie hat die gleiche Frisur wie ich, guck mal, sie hat ganz viel von mir", zeigt er auf den Fotos. Der Vielbeschäftigte - nach seinem Soloprojekt "What A Man" drehte er in kurzer Folge die Kinofilme "RubbeldieKatz" und "Russendisko" - klingt ganz liebevoll. "Irgendwann möchte ich noch ein zweites Kind." Aber erst will er Freundin Ani Schromm Zeit lassen. "Sie soll auch wieder arbeiten können. Das ist wichtig für sie."

Und wichtig für das Paar. Wir sind mitten im Thema der Komödie, die am 25. August in die Kinos kommt. Hauptfigur Alex wird von seiner Freundin verlassen und steht vor der Frage: Soll er lieber allein bleiben und frei sein für alle möglichen Abenteuer? Oder sich auf eine Frau einlassen, mit allem Wenn und Aber?

Matthias Schweighöfer sieht das so: Eine Beziehung anzufangen, ist keine große Kunst. Aber durchzuhalten, für diese Liebe zu kämpfen, an ein gemeinsames Leben zu glauben und dafür einzustehen, das sei die eigentliche Herausforderung. Er würde seine Beziehung nie eintauschen, auch wenn es mal Probleme gebe, "nur für das Verliebtseinsgefühl", sagt der Schauspieler, dessen Eltern sich scheiden ließen, als er drei Jahre alt war. Er glaubt an das Leben zu zweit. "Ich bin stolz, dass wir schon so vieles zusammen geschafft, so viel Zeit miteinander verbracht haben." Zeit mache jede Beziehung erst aus. "Die Höhen und Tiefen, die man meistert." Er ist froh, dass er sich früh für ein Familienleben entschieden hat: "Alles andere - Partys, Urlaube - wiederholt sich doch nur. Wenn man sich das mal ein paar Jahre gegeben hat, ist das nicht mehr wichtig." Aber ein Kind entwickle sich. "Daran sieht man, wie die Zeit verfliegt." Im Herbst will er deshalb kürzertreten und für seine Tochter da sein. Was ihn als Vater ausmacht? Da muss er nicht lange überlegen: "Liebe, Neugier und Eis. Greta und icke, wir gehen gerne Eis essen."

Bei den Dreharbeiten war übrigens die gesamte Familie dabei. Freundin Ani spielt eine kleine Rolle. Auch auf der Leinwand zu sehen: Freunde aus dem Filmgeschäft und seine Eltern. Produzent Tom Zickler, dessen Lebensgeschichte das Drehbuch zu "Friendship" lieferte, Schauspieler Friedrich Mücke, sein Freund und Ko-Darsteller aus jenem Kinoerfolg. Schweighöfer setzt eben auf Vertrautheit, nicht nur in der Liebe: "Filme mit Freunden zu machen, ist gut investierte Lebenszeit", sagt Schweighöfer.