Polizei im Dauereinsatz

Regen bringt Überschwemmungen und Verkehrschaos

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Foto: dpa / dpa/DPA

Der Sommer in Deutschland macht zurzeit keinen Spaß. Er ist zu kalt, windig und es hört nicht auf zu regnen. Der Ausblick für August sieht düster aus.

In der Nacht zum Samstag sorgten starke Schauer in weiten Teilen Deutschlands wieder für Überschwemmungen, Verkehrschaos und den Dauereinsatz von Polizei und Feuerwehr.

Besonders betroffen war der Nordosten des Landes. In Mecklenburg-Vorpommern , vor allem in Rostock und im Kreis Bad Doberan , mussten überflutete Straßen gesperrt und vollgelaufene Keller leer gepumpt werden. Einem Polizeisprecher zufolge wird es noch dauern, ehe sich die Lage entspannt.

Ein kurzer Lichtblick: Der Regen setzte am Samstagmorgen zeitweilig aus, das Wasser konnte ein bisschen ablaufen. Die Unwetterwarnung bleibt aber nach wie vor bestehen. Für den gesamten Landesosten gab der Deutsche Wetterdienst Warnungen wegen Starkregens heraus.

Bis zum Samstagabend sollten hier zum Teil über 100 Liter Regen auf den Quadratmeter fallen. In der Region sind der Feuerwehr zufolge bereits die Felder mit Wasser gesättigt, die Gräben schon vollgelaufen und auch die Rückhaltebecken stoßen an ihre Kapazität.

Durch aufgeweichte Böden stürzten vermehrt Bäume um. „Wir müssen jetzt nicht nur pumpen, sondern auch noch Bäume zerkleinern“, sagte der Sprecher der Feuerwehr Rostock. Anwohner in anderen betroffenen Gebieten sollten Vorsorgemaßnahmen treffen, indem sie mit Folien und mit Sand gefüllten Mülltüten Terrassentüren abdichten.

Bei starkem Regen und heftigen Windböen kam es auf der Autobahn 20 in Nordwestmecklenburg zu Unfällen. Ein 22-jähriger Mann verlor bei Glasin die Gewalt über sein Fahrzeug und schleuderte links und rechts gegen die Leitplanken. Bei der Anschlussstelle Zurow kam eine 22-jährige Autofahrerin von der Fahrbahn ab, durchfuhr die Bankette und schleuderte mit dem Pkw zurück auf die Fahrbahn.

Auch auf den Bundes- und Landstraßen kam es zu vielen kleineren Unfällen. Die Polizei kritisierte, dass viele Autofahrer ihre Fahrweise den schwierigen Witterungsverhältnissen nicht anpassten.

Auch auf der Insel Usedom kam es zu Behinderungen auf der Straße. Allerdings war der Regen nur indirekt der Grund. Auf der Suche nach Alternativen zum – verregneten – Strandbesuch sorgten die Urlauber mit ihren Autos für Staus in den Ortschaften der Insel, erklärte ein Polizeisprecher in Anklam.

In der Uckermark im nördlichen Brandenburg wurden laut Deutschem Wetterdienst (DWD) mehr als 50 Liter Niederschlag pro Quadratmeter registriert. Hochwasser an kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen seien möglich. Auch könnten Erdrutsche auftreten. In Berlin sowie in Teilen Ost- und Südbrandenburgs kamen etwa 30 Liter pro Quadratmeter herunter. In beiden Bundesländer gilt eine Unwetterwarnung.

Das wenig sommerliche Wetter wird laut DWD weiter anhalten. Die Temperaturen bleiben in Deutschland am Wochenende meist unter 20 Grad. Die neue Woche beginnt zwar sonnig und wärmer, am Mittwoch kommen jedoch wieder Gewitter auf. Mit einer grundlegenden Wetterbesserung ist den Meteorologen zufolge auch im August nicht zu rechnen.

Schon die Bilanz des Juli fiel ungewöhnlich schlecht aus. Mit durchschnittlich 16,1 Grad Celsius war der zu Ende gehende Monat gut vier Grad Celsius kühler als 2010. Zudem fiel 48 Prozent mehr Regen als üblich, die Sonne schien mit nur 162 Stunden 22 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

( dpa/sv )