Thüringen

21-Jähriger ersticht selbsternannten Trisexuellen

Ein 62 Jahre alter Mann ist in Gera erstochen worden. Er war 2009 wegen Kinderpornografie verurteilt worden. Sich selbst nannte er "trisexuell".

Ein 62-Jähriger ist in Gera einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. Wie Staatsanwalt Jens Wörmann sagte, habe sich ein 21-Jähriger bei der Polizei gemeldet und gesagt, er habe den Mann umgebracht.

Die Obduktion ergab, dass das Opfer an mehreren Stichen in den Hals gestorben ist. Tatwaffe könnte ein Küchenmesser sein. Gegen den 21-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen, der Tatvorwurf lautet auf Totschlag. Zum Motiv äußerte sich der Mann bisher nicht.

Opfer war bekennender "Trisexueller"

Die Ermittler wollen einen Zusammenhang mit früheren Äußerungen des Opfers nicht ausschließen, in denen er den Missbrauch von Kindern gerechtfertigt haben soll. Zudem war er im August 2009 wegen Verbreitung von Kinderpornografie zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Das genaue Verhältnis zwischen dem 21-Jährigen und dem 62-Jährigen sei unklar. Fest stehe nach bisherigen Erkenntnissen, dass beide nicht verwandt seien, sagte Wörmann.

Der Getötete war vor allem durch seine bizarre Sexualgeschichte bekannt. So bekannte sich der Mann laut Informationen der "Bild"-Zeitung offen zur "Trisexualität" – er habe gerne Sex mit "Menschen, Tieren und Gegenständen". Sogar ein Buch veröffentlichte er darüber – Titel: "Trisexuell – na und?"

Das Opfer war in früheren Jahren in Ostthüringen auch politisch aktiv auf kommunaler Ebene, sowohl in der SPD als auch der "Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit". Zudem gehörte er zu den Organisatoren der Geraer Montagsdemonstrationen.