Lebenslange Haftstrafe

Koch ermordet und verbrennt schwangere Freundin

Wegen "Mordes in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch" muss ein 27-Jähriger in Landshut lebenslang in Haft. Er hatte seine schwangere Freundin erstickt und angezündet.

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Ein 27 Jahre alter Koch ist vor dem Landgericht Landshut wegen Mordes an seiner schwangeren Geliebten zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Indizienprozess dauerte mehr als neun Monate. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe bis zuletzt bestritten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte bereits an, Rechtsmittel einzulegen.

Der Mann hat nach Überzeugung des Gerichts im Oktober 2009 seine heimliche Geliebte erstickt und anschließend die Leiche angezündet. Sein Motiv sei gewesen, die Beziehung zu seiner offiziellen Lebensgefährtin nicht zu gefährden. Auch diese Frau war zum Tatzeitpunkt schwanger. Mit ihr ist der Angeklagte nach Angaben des Gerichts verlobt.

Verurteilt wurde der Mann jetzt wegen Mordes in Tateinheit mit Schwangerschaftsabbruch. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert.

Eine "verabscheuungswürdige Tat"

Die Vorsitzende Richterin betonte in ihrer Urteilsbegründung, das Gericht habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. „Der Tatverlauf lässt sich in allen Einzelheiten nicht mehr feststellen“, räumte die Richterin ein. Dennoch reichten die Indizien für eine Verurteilung des Angeklagten aus.

Der Angeklagte sei außerdem nicht jener tadellose und ehrliche junge Mann gewesen, als den ihn die Verteidigung in dem Prozess geschildert habe, sagte die Richterin. Vielmehr habe er neben seinen beiden Affären noch weitere Liebesabenteuer mit anderen Frauen gesucht.

Die Richterin sprach von einer „verabscheuungswürdigen Tat“ und stellte dabei auch die besondere Schwere der Schuld fest. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, könnte der Angeklagte somit nicht auf eine vorzeitige Freilassung hoffen.

Mit Kissen erstickt und mit Brennpaste angezündet

Das Gericht hatte seit September 2010 an 74 Verhandlungstagen zahlreiche Zeugen und Sachverständige angehört. Dabei waren unter anderem Theorien diskutiert worden, das 23 Jahre alte Opfer habe möglicherweise Suizid begangen oder sei bei einem Unfall ums Leben gekommen.

All diese Versionen waren für das Gericht letztlich nicht stichhaltig. Nach seiner Überzeugung hatte der Angeklagte die junge Frau am 3. Oktober 2009 in ihrer Wohnung mit einem Kissen erstickt und anschließend mit einer Brennpaste angezündet.

Die Anwälte des Angeklagten kündigten unmittelbar nach Urteilsverkündung an, in Revision zu gehen. Rechtsanwalt Helmut Mörtl sagte: „Dieses Urteil ist ein Justizirrtum.“ Auch sein Kollege Hubertus Werner kritisierte den Richterspruch. „Sowohl das Urteil als auch die Begründung haben uns überrascht.“