Schweden

Hobbyforscher wollte zu Hause Atomreaktor bauen

Ein Schwede hantierte in seiner Küche mit nuklearem Material. Nun muss er sich wegen Verstoßes gegen das Strahlenschutzgesetz vor Gericht verantworten.

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Es war ein überaus ungewöhnlicher Funde, den die Polizei bei einem 31-Jährigen Schweden machte. Als die Beamten die Wohnung des Mannes in Südschweden durchsuchten, fande sie Radium, Americium und Uran. Der Hobbyforscher hatte versucht, in seiner Küche eine Kernspaltung durchzuführen. Die Polizei nahm ihn wegen des unerlaubten Besitzes von nuklearem Material fest.

„Ich habe mich schon immer für Physik und Chemie interessiert und wollte herausfinden, ob es möglich ist, zu Hause Atome zu spalten“, sagte der 31-Jährige der Nachrichtenagentur “AP“. Die radioaktiven Elemente habe er nur wegen seines Hobbys besessen.

Mit zusammengesuchten Fachkenntnisse „aus Büchern und dem Internet“ habe er über Monate versucht, einen Kernreaktor zu bauen. Seine Experimente beschrieb er in einem eigenen Internetblog. Die angestrebte Kernspaltung sei ihm allerdings nie gelungen, so der Hobbyforscher.

Irgendwann kam dem Schweden offenbar der Gedanke, dass seine Kernversuche nicht ganz legal sein könnten und er richtete eine Anfrage an die schwedische Atombehörde. Die schickte dem Mann die Polizei ins Haus. Sollte er verurteilt werden, droht ihm eine Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren.

Von jetzt an nur noch Theorie

Der zuständige Staatsanwalt Markus Bergdahl in Helsingborg bestätigte, dass gegen den Mann noch ermittelt werde. Einzelheiten wollte er nicht nennen, sagte aber: „Es ist schon ziemlich ungewöhnlich, dass wir gegen jemanden wegen Verstoßes gegen das Strahlenschutzgesetz vorgehen.“

In der Wohnung des Hobby-Physikers sei jedoch keine gefährlich erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden, teilte die Polizei mit. Trotzdem hält der Mann seine Experimente mittlerweile für keine so gute Idee mehr: „Von jetzt an bleibe ich bei der Theorie“, versprach der Hobbyforscher.