Bayern

Neonazi schießt sich vor Polizei in den Bauch

Der 23-jährige Sohn eines bekannten Rechtsextremisten tötete sich in einem Wald. Als die Polizei den Vater aufsuchte, beging der einen Suizidversuch.

Bei einem mutmaßlichen Familiendrama ist bei Neuburg an der Donau in Oberbayern ein 23-jähriger Mann ums Leben gekommen und dessen Vater schwer verletzt worden.

Der Sohn beging am Mittwoch in einem Waldstück zwischen Ried und Attenfeld Selbstmord, wie die Polizei nach der Obduktion mitteilte. Vor den Augen alarmierter Beamter schoss sich der 65 Jahre alte Vater in einer nahen Waldhütte in den Bauch – mit derselben Waffe, die sein Sohn benutzt hatte.

Der Schwerverletzte wurde in eine Klinik gebracht. Er war am Donnerstag noch nicht vernehmungsfähig. Eine Bekannte des Vaters hatte am Mittwoch die Polizei alarmiert, weil der 65-Jährige sich „seltsam“ verhalten habe.

65-Jähriger in der rechtsextremen Szene aktiv

Nach einem Bericht des Bayrischen Rundfunks soll es sich bei dem Vater um einen bekannten deutschen Rechtsextremisten handeln. Der 65-Jährige soll Mitglied der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ gewesen sein.

Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet , der Extremist soll sein Anwesen in Sinning jahrelang für Neonazi-Treffen aus In- und Ausland zur Verfügung gestellt haben. Er wollte dort demnach einen Raum für Deutsche schaffen, die ein "arteigenes" Leben führen möchten.

Auch vermietete der Mann dem NPD -Parteiorgan "Deutsche Stimme" in Sinning einige Zeit ein Haus. Wie die "Süddeutsche Zeitung" weiter berichtet, wurde er 1998 wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.