Krawalle in Freiburg

Polizei-Großaufgebot räumt illegale Wagenburg

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Jürgen Ruf

Die Polizei in Freiburg hat eine illegale Wagenburg der links-alternativen Szene beseitigt. Dabei stießen die Einsatzkräfte auf ein "erhebliches Gewaltpotenzial".

Ein besetztes Baugrundstück in Freiburg hat die Polizei nach zwei Jahren am Morgen mit einem Großaufgebot geräumt. Auf dem Gelände hatten sich seit Mai 2009 Mitglieder der links-alternativen Szene mit einer Wagenburg eingerichtet.

Sie hatten sich geweigert, das Gelände freiwillig zu verlassen. In der Nacht hatten Unbekannte rund um das besetzte Gelände Straßenbarrikaden errichtet und angezündet, teilte die Polizei mit. Den anrückenden Polizisten stellten sich rund um die illegale Wagenburg zahlreiche Demonstranten entgegen. Es gab vereinzelt Rangeleien zwischen der Polizei und Demonstranten. Drei Randalierer wurden festgenommen.

Auf dem Gelände im Freiburger Stadtteil Vauban soll ein Gebäude mit Wohnungen, Geschäften und einem Hotel errichtet werden. Die Bauarbeiten sollen in den kommenden Tagen beginnen.

Barrikaden und über die Straße gespannte Stahlseile

In der Nacht hatte es mehrfach Krawalle gegeben. „Wir sind auf ein erhebliches Gewaltpotenzial gestoßen“, sagte ein Polizeisprecher. Unbekannte errichteten aus Müllcontainern, Bauzäunen, Holzpaletten und Einkaufswagen Barrikaden und zündeten sie an.

Auch ein Bagger ging in Flammen auf. An einer Straßenkreuzung wurde der Fahrbahnbelag durch die Feuer so heiß, dass er zu schmelzen begann. Zudem entdeckte die Polizei über die Straße gespannte Stahlseile sowie Stahlkrallen, die sich in Autoreifen bohren.

Ein Autofahrer wurde Polizeiangaben zufolge von mehreren Vermummten angegriffen, als er eine Straßenblockade beseitigen und löschen wollte. Er wurde verletzt. Streifenwagen der Polizei seien attackiert und mit Farbbeuteln beworfen worden, hieß es. Feuerwehrleute wurden eigenen Angaben zufolge angegriffen und beim Löschen der brennenden Barrikaden gehindert.

Die Frist zum freiwilligen Verlassen des besetzten Geländes war einige Tage zuvor abgelaufen. Die Besetzer hatten bis zuletzt ein Gelände für ihre Wagenburg gefordert. Die Stadt lehnt dies ab. Für Wagenburgen gebe es in Freiburg Plätze für rund 100 Bewohner. Diese seien ausreichend, sagte ein Sprecher des Rathauses.

( dpa/mk )