Bewährungsstrafe

35 Schwarzfahrten bringen zehn Monate Haft

35 Mal wurde er ohne Fahrticket erwischt. Dafür hat ein Bonner Gericht einen 23-Jährigen zu zehn Monaten Haft verurteilt. Er habe keine andere Wahl gehabt, erklärte der Schwarzfahrer.

Mit zehn Monaten Haft auf Bewährung muss ein junger Mann für insgesamt 35 Schwarzfahrten in Fernzügen der Deutschen Bahn büßen. Das Amtsgericht Bonn verurteilte den 23-Jährigen außerdem zu einer Bewährungsauflage von 1000 Euro.

Er habe keine andere Wahl gehabt, da er blank gewesen sei, sagte der Mann im Prozess. Um seine ehemalige Freundin in Kiel zu besuchen, habe er sich in die Bahn gesetzt. Selbst Mitfahrgelegenheiten seien ihm damals zu teuer gewesen.

Auch auf Fahrten nach Düsseldorf, wo der Mann seinerzeit arbeitete, wurde er erwischt. Der Arbeitgeber habe unzuverlässig gezahlt, da habe er sich ein Monatsticket nicht leisten können, gab der Mann an.

Bei der Polizei ist er kein Unbekannter, sondern bereits einschlägig vorbestraft für Schwarzfahrten mit Straßenbahnen. Auch sei die Schadenshöhe kein Pappenstiel, meinte der Richter. Sie belaufe sich auf 1400 Euro. Dabei sei allerdings nur der eigentliche Fahrkartenpreis berücksichtigt und nicht die Bußgelder, die der Schwarzfahrer eigentlich jedes Mal hätte zahlen müssen.

Zum Prozess kam der Mann, der jetzt in München einen Job hat, mit dem Flugzeug. Schwarzfahren, so schwor er, komme in seinem Leben nicht mehr vor.