Ermittlung eingestellt

Sex in der Kirche bleibt für Pastor folgenlos

Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen einen Hamburger Pastor eingestellt. Er hatte im Gotteshaus Sex mit einer Frau, die ihm später Missbrauch vorwarf.

Der Sex eines Pastors mit einer angetrunkenen Frau in einer Hamburger Kirche bleibt für den Mann ohne gerichtliches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft habe das Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingestellt, sagte Sprecher Bernd Mauruschat. Ob die Frau unfähig zur Gegenwehr war und ob der Mann dies hätte erkennen können, habe sich nicht feststellen lassen, erklärte er. Die "Bild“-Zeitung hatte zunächst darüber berichtet.

Die Staatsanwaltschaft hatte wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs einer widerstandsunfähigen Person ermittelt. Der heute 50 Jahre alte Seelsorger soll am Buß- und Bettag 2010 mit einer jüngeren Kirchenvorsteherin in der Kirche Sex gehabt haben. Die Frau hatte dem Pastor vorgeworfen, sie in der Altonaer St. Petri-Kirche missbraucht zu haben. Unstrittig war von Beginn an, dass die beiden zusammen Alkohol getrunken hatten.

Sex nach Rotwein-Genuss

Nach Medienberichten hatten einige Besucher nach dem Gottesdienst in der Kirche noch Rotwein getrunken. Am Ende blieben der Pastor und die Kirchenvorsteherin übrig, die am nächsten Morgen zum Teil unbekleidet und mit dem Talar bedeckt neben dem Pastor aufgewacht sein soll. Der verheiratete Pastor soll sich zwar entschuldigt haben, die Frau habe dennoch den vorgesetzten Propsten über den Vorfall informiert.

Seit Dezember 2010 ist der Pastor vom Dienst in der Gemeinde entbunden. An seine alte Pfarrstelle wird er nicht zurückkehren. Die Gemeinde St. Petri sucht derzeit nach einem neuen Pastor. Das kirchliche Disziplinarverfahren, das während der staatsanwaltlichen Ermittlungen ruhte, wird sich voraussichtlich noch einige Monate hinziehen. Das Strafmaß reicht von der Rüge bis zur Entlassung aus dem Pfarrdienst.