Stolpsee

Briten wollen in Brandenburg Hitlers Gold finden

In einem Brandenburger See wird seit Jahrzehnten ein Nazi-Schatz vermutet. Zu DDR-Zeiten suchte bereits die Stasi die Gold-Barren. Nun starten britische Taucher einen Versuch.

Britische Schatzsucher wollen im Stolpsee in Brandenburg sagenumwobene Nazi-Reichtümer heben. Mehrere Geschäftsleute haben sich nach Angaben britischer Medien zusammengeschlossen, um die Goldbarren vom Grunde des Gewässers zu bergen. Sie wollen angeblich sogar U-Boote zu Wasser lassen, um dem angeblichen Milliarden-Vermögen nachzuspüren.

Die Briten haben ím Bundearchiv in Koblenz offenbar bislang unbekannte Dokumente ausgewertet, die Hinweise auf den Nazi-Schatz geben. Kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs sollen danach KZ-Insassen in dem See 18 Kisten voller Gold und Platin versenkt haben, wird der Augenzeuge Eckard Litz zitiert. Den Befehl dazu soll Reichsmarschall Hermann Göring gegeben haben. Er war Oberbefehlshaber der Luftwaffe, bekannt für seinen extravaganten Lebensstil und berüchtigt für seine Raubzüge im besetzten Europa. Göring raffte Kunst auf dem ganzen Kontinent zusammen. In der Nähe des Stolpsees hatte Göring, der Deutschlands oberster Jäger war, ein Jagdhaus. Ruht auf dem Grunde des Sees seine Beute?

Die Suche nach den Kisten mit dem Gold dürfte nicht ganz einfach werden. Denn nach dem Krieg wurde der Stolpsee nach Darstellung von Anwohnern mit Trümmern und Klärschlamm zugeschüttet. Der See ist etwa 400 Hektar groß und stellenweise bis zu 13 Meter tief.

Die Briten sind überdies nicht die ersten, die den Nazi-Schatz heben wollen. Im Jahr 1981 gab Stasi-Chef Erich Mielke den Befehl, nach dem Gold der Nazis zu suchen. Unter dem Decknamen "Herbstwind" forschten Stasi-Agenten vergeblich nach den Barren. Allerdings benutzten die DDR-Schatzsucher offenbar keine Hochtechnologie, um die Schatzkisten zu finden.

Seit Jahren ranken sich Legenden um den Verbleib von angeblichen Nazi-Reichtümern. Forscher vermuteten Goldbarren unter anderem auch iim Toplitzsee im Salzkammergut. Ein Expeditionsteam fand allerdings nichts. Die Aussicht auf einen legendären Nazi-Schatz inspirierte auch Schriftsteller: Die vermeintlichen Barren aus dem Toplitzsee werden im James-Bond-Film "Goldfinger" erwähnt.

Nur ein einziges Mal wurden tatsächlich Reichtümer aus der NS-Zeit entdeckt: Die US-Armee fand Anfang April 1945 riesige Mengen an Gold, Platin, Banknoten und Kunstgegenstände im Salzstock Merkers am Rande der Thüringer Rhön. Der Oberbefehlshaber der Alliierten Dwight D. Eisenhower besuchte wenig später persönlich die Schatzkammer 500 Meter unter der Erde.