Abhörskandal

Prinz William lässt Murdoch-Sohn Abbitte leisten

Der englische Thronfolger forderte eine Entschuldigung von James Murdoch.Die Polizei entdeckt das Ausmaß der skandalösen Abhörpraktiken.

Foto: REUTERS

Im Abhörskandal um die britische Zeitung "News of the World" weitet die Londoner Polizei die Ermittlungen weiter aus. Ein neues Untersuchungsteam solle Vorwürfen nachgehen, dass die inzwischen eingestellte Zeitung nicht nur Handy-Mailboxen, sondern auch Computer hacken ließ, teilte Scotland Yard am Freitag mit. Im Rahmen des Skandals ermitteln zwei Teams bereits zu den Vorwürfen der abgehörten Mailboxen sowie der Bestechung von Polizisten.

Anfang Juli war herausgekommen, dass Journalisten der zum Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch gehörenden "News of the World" nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. Die Affäre brachte den Konzern ins Wanken und Premierminister David Cameron, der enge Beziehungen zur Murdoch-Presse gepflegt hatte, in Erklärungsnöte.

Auch die Londoner Polizei geriet wegen ihrer Verbindungen zur Murdoch-Zeitungsgruppe News International unter Druck, ihr Chef Paul Stephenson und ein weiterer hochrangiger Beamter der Behörde, John Yates, mussten wegen der Affäre bereits zurücktreten.

Prinz William hat einem Zeitungsbericht zufolge führende Vertreter von Rupert Murdochs Konzern persönlich auf den Abhörskandal um die britische Zeitung "News of the World" angesprochen.

Wie die Londoner Zeitung "The Times" am Samstag berichtete, beklagte sich die Nummer zwei der britischen Thronfolge im Januar während eines Essens mit Murdochs Sohn James und der früheren "News of the World"-Chefredakteurin Rebekah Brooks darüber, dass sich niemand bei ihm für das heimliche Abhören der Telefone seiner Berater entschuldigt habe. Beide hätte sich daraufhin bei dem Prinzen entschuldigt.

Die Abhörattacken auf Vertreter des Buckingham Palasts waren schon vor Jahren aufgeflogen. 2006 wurden deshalb ein Klatschreporter von "News of the World" sowie ein Privatdetektiv festgenommen und 2007 zu Haftstrafen verurteilt.

Aber erst Anfang Juli kam heraus, dass Journalisten der zum Murdoch-Konzern gehörenden und inzwischen eingestellten Zeitung nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. Brooks trat inzwischen als Chefin der Murdoch-Verlagsholding News International zurück.

Nach Informationen der "Times" hatten Vertreter des Buckingham Palasts das Lunch-Treffen in einem Fünf-Sterne-Hotel von Wales als Beziehungspflege der Medien organisiert. Das Treffen sei "größtenteils freundlich" verlaufen.

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