Vergewaltigungsvorwurf

Gerichtstermin für Strauss-Kahn erneut verschoben

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Für viele ist es der Justizkrimi des Jahres, doch der nächste Akt lässt auf sich warten. Der Gerichtstermin für Dominique Strauss-Kahn ist erneut verschoben worden.

Der nächste Gerichtstermin für Dominique Strauss-Kahn ist schon wieder verschoben worden. Statt am nächsten Montag muss der frühere Währungsfonds-Chef nun erst gut drei Wochen später, am 23. August, vor dem Richter erscheinen. Ursprünglich hatte der Franzose sich schon am Montag vergangener Woche wegen eines angeblichen Angriffs auf ein Zimmermädchen verantworten sollen, der Termin war aber schon damals um zwei Wochen verschoben worden.

Als Grund nannte die New Yorker Staatsanwaltschaft lediglich, dass die Ermittlungen in dem laufenden Verfahren weitergehen würden. Die Mitteilung ist nur zwei Zeilen lang, neben der Terminverschiebung steht darin: „Wir haben keinen weiteren Kommentar.“ Der Richter muss entscheiden, ob es überhaupt zu einem Prozess kommt.

Strauss-Kahns Anwälte hatten in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, das Verfahren müsse eingestellt werden. Der Anwalt des Zimmermädchens fordert hingegen einen Prozess und wirft der Staatsanwaltschaft Feigheit vor, weil sie nach Zweifel an seiner Mandantin Strauss-Kahn freigelassen habe.

Die Frau, eine 32 Jahre alte Einwandererin aus Westafrika, war kürzlich mit zwei Interviews in die Offensive gegangen. Sie wolle Strauss-Kahn im Gefängnis sehen: „Gott möge ihn strafen“, sagte sie.

Das Zimmermädchen eines New Yorker Hotels wirft dem 62-Jährigen vor, es am 14. Mai in einem Hotelzimmer am Times Square zum Oralsex gezwungen zu haben. Strauss-Kahn bestreitet das, offenbar setzt die Verteidigung auf die These vom einvernehmlichen Sex.

Der einst zu den mächtigsten Männern der Welt gehörende Franzose war nach den Vorwürfen festgenommen und nach Tagen in Einzelhaft unter strengstem Hausarrest mit Millionenkaution und bewaffneter Wache festgehalten worden. Vor gut drei Wochen hatten erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau zu seiner Freilassung geführt.

Von den sechs Auflagen gegen Strauss-Kahn ist die mildeste geblieben: Er musste seine Reisepässe abgeben und darf die USA nicht verlassen. Kommt es zu einem Prozess, drohen dem Franzosen wegen versuchter Vergewaltigung, Körperverletzung und Freiheitsberaubung 25 Jahre Haft.

( dpa/cor )