Saarland

Facebook-Party - Polizeieinsatz kostet 115.000 Euro

Ein 500-Einwohner-Ort im Saarland und 2000 "Partygäste" - das kann nicht gutgehen. Der Aufruf zu einer Facebook-Party in Heusweiler-Numborn endete in einem Polizeieinsatz. Und der kostet.

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Alkoholgelage und Gewalt gegen Polizisten im beschaulichen Heusweiler-Numborn: Im 500-Einwohner-Ort zwischen ausgedehnten Feldern fand am Sonnabend die erste sogenannte Facebook-Party im Saarland statt. Was zunächst wie ein friedliches Straßenfest begann, endete in heftigen Auseinandersetzungen zwischen einigen der bis zu 2000 Teilnehmer und der Polizei.

Nach einem zunächst friedlichen Verlauf mit Festival-Flair wurde die Stimmung bei zunehmender Dunkelheit immer aggressiver. Gegen 22 Uhr wurden die ersten Feuerwerkskörper und Flaschen gegen Beamte geworfen. Die Party wurde daraufhin nach vier Stunden verboten, bei den folgenden Auseinandersetzungen wurden drei Beamte und zwei Feiernde leicht verletzt. Es wurden 13 Anzeigen wegen Landfriedenbruchs gestellt. Nach einer ersten Schätzung des Innenministeriums belaufen sich allein die Kosten für den Einsatz der 160 Polizeikräfte auf rund 115.000 Euro. Der Sachschaden liege in fünfstelliger Höhe, die genaue Summe werde noch ermittelt. Eine Bushaltestelle, mehrere Verkehrsschilder und Leitpfosten wurden laut Polizei zerstört oder entwendet.

Ein Nachbar des 16-Jährigen, der angeblich aus Versehen zu der öffentlichen Geburtstagsparty über das soziale Netzwerk im Internet eingeladen hatte, hat kein Verständnis für dessen Verhalten. "So etwas geht gar nicht", schimpft er. Die Familie des Jugendlichen ist inzwischen wieder zurückgekehrt, wollte sich allerdings zu den Geschehnissen nicht äußern.

Die Gemeinde konnte gegen die Feier nicht vorgehen, da sie bereits offiziell abgesagt worden war.