JVA -Haustier

Hamster Rudi erhält Knastverbot

Mein Haustier ist mein treuster Begleiter! Das dachte sich auch das Frauchen von Hamster Rudi. Er sollte mit ihr im Gefängnis in der Zelle wohnen.

Die meisten wollen raus, Rudi wollte rein. Rudi ist ein junger Goldhamster und bei dem Versuch gescheitert, in die Justizvollzugsanstalt Bielefeld einzudringen. Genauer gesagt befand er sich in der Reisetasche einer Frau, die eine Strafe absitzen sollte. „Die Kollegen waren ziemlich überrascht, als ihnen bei der Aufnahmekontrolle der Frau plötzlich der verschreckte Hamster aus der Tasche entgegenstarrte“, sagte JVA-Leiter Uwe Nelle-Cornelsen und bestätigte Medienberichte.

Und weil in einer Justizvollzugsanstalt alles seine Ordnung hat, wurde aus dem ungeplanten Besucher ein Vorgang. Die Meldung des VVD – des Verantwortlichen vom Dienst – landete bei Nelle-Cornelsen auf dem Schreibtisch. In schönstem Bürokratendeutsch hieß es über den Neuzugang: „Diese wurde uns in Begleitung ihres im Handgepäck befindlichen Hamsters (Name, Geburtstag, Buchnummer pp. nicht bekannt) auf dem Transportweg aus der JVA Münster zugeführt.“

„Aus den Transportunterlagen waren keinerlei Hinweise hinsichtlich der Strafzeitlänge, des Deliktes oder sonstiger Auffälligkeiten des Hamsters ersichtlich“, meldete der VVD. Da der Hamster einen „ohnehin sehr verwirrten und nervösen Eindruck (ständiges Zucken der Nase, aufgequollene Pupillen)“ gemacht habe, sei er mittels GTW (Gefangenentransportwagen) in das örtliche Tierheim verlegt worden.

Die Frau muss eine Ersatzfreiheitsstrafe von knapp drei Monaten wegen Leistungserschleichung in Bielefeld verbüßen. „Bei der Aufnahme haben wir schon so einiges gefunden“, sagte JVA-Leiter Nelle-Cornelsen und erwähnte Drogen, Waffen und Sex-Spielzeug. „Aber ein Hamster sei noch nicht dabei gewesen. Allerdings sei vor rund 15 Jahren mal ein Mann mit seiner Schafherde zum Haftantritt erschienen. „Da haben wir diesmal also noch Glück gehabt.“

( dpa/cd )