Racheakt vermutet

Deutsche Behörden nach Oslo-Anschlag alarmiert

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Nach dem Bombenanschalg in der norwegischen Hauptstadt Oslo sind Deutschlands Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft. Experten befürchten eine Rache für die Tötung von Osama Bin Laden. Zunächst müsse "alles in Erwägung gezogen werden".

Die deutschen Sicherheitsbehörden sind alarmiert: „Wir beobachten die Situation in Oslo genau“, sagte ein Sicherheitsexperte am Freitagabend in Berlin. Wenn sich die Explosion in Oslo als ein Terrorakt herausstellte, wäre es das erste gewaltsame Vorgehen gegen den Westen nach der Tötung vom Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden durch die Amerikaner in Pakistan im Mai.

Die Gewerkschaft der Polizei rief unterdessen die Bevölkerung in Deutschland zu erhöhter Wachsamkeit auf. Wenn der inzwischen von den norwegischen Behörden bestätigte Bombenanschlag auf das Konto des islamistischen Terrorismus gehe, sei nicht ausgeschlossen, „dass auch deutsche Großstädte in Gefahr sind“, sagte Gewerkschaftschef Bernhard Witthaut. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden liegen konkrete Hinweise auf mögliche Anschläge in Deutschland nicht vor.

Die deutschen Behörden hatten sofort nach der Explosion im Zentrum der norwegischen Hauptstadt Verbindungen mit ihren Kollegen in Oslo aufgenommen. Zu Vermutungen über einen möglichen Terroranschlag wollten sich die Deutschen „auf keinen Fall äußern“. Sie warnten vor zu frühen Urteilen. Zunächst müsse „alles in Erwägung gezogen werden“.

Drohungen gab es auch schon gegen Deutschland

Islamisten haben schon mehrfach mit Anschlägen auf Gebäude und Orte in Deutschland gedroht. Darunter war auch der Reichstag in Berlin. „Solche Ankündigungen nehmen wir natürlich stets sehr ernst. Aber nach Ankündigungen tut sich eigentlich nichts. Die Terroristen wissen genau, dass wir sehr hohe Sicherheitsstandards haben“, sagte ein Sicherheitsfachmann. Die wirkliche Gefahr drohe von Anschlägen „aus dem Nichts“, sagte der Sicherheitsexperte. „Dagegen können wir so gut wie nichts machen. Wir sind dem einfach ausgeliefert.“

Die deutschen Sicherheitsdienste fürchten besonders die „stillen Beobachter“ unter den Islamisten in der Bundesrepublik. Sie könnten die deutschen Sicherheitslücken ausspähen und ausnutzen und dadurch „trotz all unserer Bemühungen zur Abwehr von Anschlägen zuschlagen“. Die Islamisten haben nach den Erkenntnissen der Behörden unter den Hunderten von „Gefährdern“ in Deutschland „versierte Beobachter“, die bestens über die Schwachstellen in der Sicherheitsarchitektur in der Bundesrepublik informiert seien, berichten Sicherheitsfachleute.

Zunehmende Gefahr von Einzeltätern

Es gibt nach Angaben von Sicherheitskreisen gegenwärtig neben den üblichen Befürchtungen vor Anschlägen von Terrorgruppen, die sich schon aus den Trainingscamps aus dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet in der Bundesrepublik aufhalten, eine besondere Gefahr von „fanatisierten Einzeltätern“ aus der islamistischen Szene.

Unter ihnen sollen sich nach jüngsten Erkenntnissen auch Selbstmordattentäter befinden. „Dagegen sind wir völlig machtlos“, sagten die Experten. Diese Männer könnten sich unbemerkt unter die Passanten in Bahnhöfen, Flughäfen oder auch in Kaufhäusern mischen. „Das macht uns gewaltige Sorgen“, erklärten die Sicherheitsbehörden.

( dapd/toto )

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