Affäre

Sex mit Strauss-Kahn "einvernehmlich, aber brutal"

Die Mutter der Autorin Tristane Banon, die Dominique Strauss-Kahn versuchte Vergewaltigung vorwirft, hatte selbst eine Affäre mit dem Ex-IWF-Chef. Sie riet ihrer Tochter von einer Anzeige ab.

In der Pariser Sex-Affäre des ehemaligen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn sind bei den Vorermittlungen überraschende Details ans Licht gekommen: Die Mutter von Tristane Banon, die Strauss-Kahn versuchte Vergewaltigung vorwirft, habe bei ihrem Verhör eingeräumt, selber eine Affäre mit dem Politiker gehabt zu haben, berichtet die Zeitung "L’Express" . „Einvernehmlich, aber durchaus brutal“ sei ihr Verhältnis gewesen, sagte Anne Mansouret der Polizei nach einem am Montagabend veröffentlichten Bericht auf der Website des Blatts. Sie hätten sich in einem Büro bei der OECD getroffen.

Die Parteifreundin von Strauss-Kahn bekräftigte, dass sie ihrer Tochter Tristane 2003 abgeraten habe, den Politiker wegen versuchter Vergewaltigung anzuzeigen. Ein Anwalt habe ihr erklärt, dass die Aussichten auf Erfolg nicht besonders groß seien, da Strauss-Kahn die Vorwürfe als Racheakt einer enttäuschten Journalistin hätte zurückweisen können.

Sie betonte auch, dass der damalige Parteichef François Hollande auf dem Laufenden gewesen sei. Nach Informationen von "Le Figaro" soll Hollande im September im Rahmen der Vorermittlungen vernommen werden.

Anschließend sagte Mansouret der Nachrichtenagentur AFP, sie habe der Polizei gegenüber „widersprüchlich erscheinende Elemente aufgeklärt“ und eine Reihe von Namen genannt, die in dem Fall eine Rolle spielten.

Die 32 Jahre alte Autorin Banon hatte Strauss-Kahn vor kurzem wegen versuchter Vergewaltigung bei einem Interview-Termin vor acht Jahren angezeigt.

Strauss-Kahn bestreitet die Vorwürfe und erstattete seinerseits Anzeige wegen Verleumdung. In den USA ist der 62-jährige Franzose angeklagt, ein New Yorker Zimmermädchen unter anderem zum Oralsex gezwungen zu haben. Zuletzt waren jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers aufgekommen.

Die Staatsanwaltschaft entscheidet nach Abschluss der Vorermittlungen, ob sie ein Verfahren einleitet. Falls es sich ihrer Ansicht nach um sexuelle Belästigung handelt, wäre die mutmaßliche Straftat bereits verjährt. Im Fall einer Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung droht Strauss-Kahn hingegen eine Haftstrafe von 15 Jahren.

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