Flitterwochen-Krise

Charlenes und Alberts verhuschte Lippenbekenntnisse

Die Flitterwochen verbrachte das monegassische Fürstenpaar in getrennten Hotels. Jetzt sollen Charlene und Albert die Reise abgebrochen haben – für einen Vaterschaftstest.

Was für ein Kuss. Beim Empfang von Südafrikas Präsident Jacob Zuma vorige Woche in Durban riefen die Fotografen Monacos Fürstenpaar zu, sie mögen der Welt zeigen, wie glücklich sie seien. Da war es erst ein paar Tage her, dass die beiden im Hof des Palastes versprochen hatten, sich zu lieben und zu ehren, bis dass der Tod sie scheide. Am selben Tag übrigens, als palastnahe Experten bestätigten, dem Fürsten drohe ein neuer Vaterschaftstest. Der Fürst hat bereits zwei uneheliche Kinder anerkannt – Alexandre (6) und Jazmin (19).

In Durban am Indischen Ozean, einst Charlenes Heimatstadt, sollte nun die Hochzeit nachgefeiert werden für die, die nicht nach Monaco kommen konnten. Aber zu einem weiteren Hochzeitskuss konnte sich Frau Grimaldi beim Empfang des Präsidenten anscheinend nicht mehr durchringen.

Der Bitte der Presse nachkommend, spitzte Albert die Lippen fürs Foto, die Braut aber drehte den Kopf im letzten Moment weg. Dem Fürsten bot sie die Wange, den Fotografen ihre leicht resigniert aufeinandergepressten Lippen und einen leicht verzweifelten Blick, der sagte: „Muss das sein?“ Später seien der 53-jährige Fürst und seine 20 Jahre jüngere Frau in getrennten Autos weggefahren, meldete die südafrikanische Zeitung „City Press“.

Der verrutschte Wangenkuss in Durban passt zur Reihe der verhuschten Lippenbekenntnisse, mit denen dieses Paar seit zwei Wochen mehr oder weniger tapfer gegen die Gerüchte angeht, seine Ehe diene einzig dem Zweck, dem Fürstentum einen Thronfolger zu bescheren.

Schon beim ersten Kuss, als Charlene Lynette, ehemalige Wittstock und frisch vermählte Grimaldi, zum allerersten Mal auf dem Balkon des Palastes ganz legitim ihren Fürsten busselte, wunderten sich die Massen. Selbst die, die nicht glauben wollten an die Geschichten von der unglücklichen Braut, die, nachdem sie einige Details aus dem Liebesleben ihres Verlobten erfahren habe, nur noch ein Ehevertrag dazu bringen konnte, am 1. Juli Ja zu sagen zu Fürst Albert II., dem hartnäckigsten Junggesellen in Europas Adelshäusern.

Der Kuss des Paares nach der standesamtlichen Trauung war weder herzlich, noch stürmisch, noch hatte er etwas von dieser verlegenen Vertrautheit, mit der wenige Monate vorher Kate und Prinz William die Klatschpresse begeistert hatten. Er sah eher stark nach etwas aus, das die mittlerweile etablierte Tradition öffentlicher Liebespaare verlangt.

Der Bräutigam, der im Ruf steht, sich mit Frauen fast ein bisschen zu gut auszukennen, spitzte schulbubenhaft die Lippen, und die Braut zog ihre Schultern hoch, fast so, als wäre ihr der Mann an ihrer Seite leicht zuwider. Weil das Ganze verunglückte, wurde wenig später noch einmal geküsst, doch auch jetzt gelang es nicht richtig.

Aber es gab ja noch eine Chance: Der zweite erste Kuss am nächsten Tag bei der kirchlichen Hochzeit im Hof des Fürstenpalasts. Und wieder mochte es nicht klappen. Wie überhaupt die ganze Veranstaltung: Während der Zeremonie war das Gesicht der Braut fast durchgängig versteinert, es hellte sich nur für Sekunden auf, und als sie aus der Kirche St. Devote trat, in der sie ihren Brautstrauß niedergelegt hatte, liefen ihr Tränen über die Wangen. Er stand dabei.

Gut, könnte man nun einwenden, mangelnde Liebe kann man in jedes Foto hineininterpretieren. Zurückhaltend zu sein, nüchtern, das ist eben Charlenes Stil. Aber dass sie gleich so auf Abstand gehen muss? 16 Kilometer, um genau zu sein. Laut Google Maps eine Autofahrt von 20 Minuten.

Genauso weit liegen die Hotels voneinander entfernt, in denen Braut und Bräutigam auf ihrer Hochzeitsreise getrennt voneinander übernachtet haben sollen, wie die französische Zeitung „Le Figaro“ berichtete. Demnach habe Charlene im luxuriösen „Oyster Box Hotel“ in Umhlanga, einem Ferienort nördlich von Durban, eingecheckt, während Albert II. im „Hilton Hotel“ abstieg. Ursprünglich hatten die beiden die Präsidentensuite reserviert (mehrere Räume auf zwei Etagen verteilt, eigener Aufzug, eigener Swimmingpool und Marmorbadewanne mit Blick auf den Ozean), nun begnügte sich Charlene mit einer etwas kleineren Variante zu einem Viertel des Preises (1100 Euro pro Nacht). Die „Bild“-Zeitung meinte dazu: „Flitterwochen? Wohl eher Splitterwochen!“

Charlenes Vater Michael Wittstock dementierte. Zwar habe seine Tochter in einem anderen Hotel übernachtet als sein Schwiegersohn, aber das habe einen praktischen Grund: „Albert nahm an einer Konferenz des Internationalen Olympischen Komitees teil“, wird Wittstock in der Presse zitiert.

„Die Konferenz fing um sieben Uhr morgens an, und Albert wollte nicht unnötig früh aufstehen und im Stau stehen.“ Da habe der Fürst das Tagungshotel vorgezogen. Das Fürstenhaus bestätigte indirekt entsprechende Berichte. „Die Fürstin hat im ,Oyster Box Hotel‘ übernachtet, um dort besser die Feier anlässlich ihrer Hochzeit vorbereiten zu können“, teilte eine Sprecherin mit.

Charlene wird in der Zeitschrift „Bunte“ zitiert, es sei eine „glückliche Fügung“ gewesen, dass das Treffen des IOC in diesem Jahr in Durban stattgefunden habe. So habe sie auch mit ihrer Heimat ihre Hochzeit feiern können. Ob sie damit auch gemeint hat, die glückliche Fügung habe es ihr ermöglicht, dem Fürsten nicht ganz so nahe sein zu müssen?

Die britische Zeitung „Daily Telegraph“ mutmaßte, es gebe nicht eines, sondern zwei weitere Kinder, eines davon sei 18 Monate alt, das andere noch nicht auf der Welt. Und die „Daily Mail“ will erfahren haben, das Brautpaar habe die Reise abgebrochen, damit der Fürst in Monaco zumindest einen der Vaterschaftstests machen könne.