News of The World

Boulevardzeitung hackte Handy von vermisstem Kind

Die britischen Zeitung "News of The World" soll das Handy der 2002 ermordeten Milly Dowler gehackt und für die Ermittlungen relevante Nachrichten gelöscht haben.

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Nach dem Verschwinden eines Mädchens in Großbritannien hat das Boulevardblatt „News of The World“ nach Angaben eines Anwalts das Handy der 13-Jährigen gehackt. Die Jugendliche war im März 2002 auf dem Heimweg entführt und ermordet worden. Ihre Eltern, Sally und Bob Dowler, fordern nun Schadensersatz von „News of The World“.

Seit Jahren schon steht das britische Boulevardblatt im Mittelpunkt eines Abhörskandals. Wie Verantwortliche bereits einräumten, wurden seit Anfang 2000 Mobiltelefone zahlreicher namhafter Politiker und Prominenter gehackt und deren Mailboxen angezapft.

Der britische Politiker John Prescott gehört zu den Opfern, Manchester-United-Manager Alex Furguson und Schauspielerin Sienna Miller. Mehrere Redakteure des Blattes sind bereits verhaftet und verurteilt worden, ebenso der private Ermittler Glenn Mulcaire, der den Journalisten bei ihren illegalen Recherchen half.

Nach mehreren Verfahren hat die Zeitung in vielen Fällen eine Abfindung gezahlt. Doch bis heute werden immer neue Fälle bekannt.

Wie die britische Tageszeitung „The Guardian“ nun berichtet, sollen die Journalisten im Fall Amanda „Milly“ Dowler schon nach der ersten Vermisstenmeldung das Handy der damals 13-Jährigen gehackt und auch Nachrichten auf der Mailbox gelöscht haben. Das sagte der Anwalt der Eltern, Mark Lewis. Dadurch hätten die Ermittlungen der Polizei gefährdet werden können.

Sechs Monate nach dem Verschwinden hatten Fahnder von Scotland Yard die Leiche des Mädchens gefunden. Im Juni 2011 schließlich wurde der britische Serienkiller Levi Bellfield des Mordes an Amanda Dowler für schuldig befunden und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.