Nachterstedt trauert

Erdrutsch-Drama immer noch nicht aufgeklärt

Zwei Jahre nach dem Erdrutsch am Concodia-See gedenkt Nachterstedt der Toten. Bei dem Unglück waren mehrere Häuser in die Tiefe gerissen worden.

Das folgenschwere Unglück von Nachterstedt mit drei Toten jährt sich am Montag (18. Juli) zum zweiten Mal. Die Ursache für den Erdrutsch am Concordia-See, der mehrere Häuser in die Tiefe riss, ist nach wie vor ungeklärt. Die Untersuchungen dazu laufen weiter.

Der 2000 Einwohner zählende Ort will am Montag mit einer Andacht an das Unglück erinnern. Auch die Lausitzer Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) wird mit einer stillen Kranzniederlegung der Opfer gedenken.

Die seit Frühjahr laufenden Untersuchungen auf dem Concordia-See sollen möglichst bis Jahresende abgeschlossen werden, wie ein LMBV-Sprecher in Senftenberg sagte. Danach würden die Ergebnisse der Untersuchungen ausgewertet.

Von zwei auf dem See positionierten Pontons werden derzeit Bohrungen und Drucksondierungen an rund 20 Standorten absolviert. Zudem seien an Land 13 Bohrgeräte im Einsatz, um die Standsicherheit zu erhöhen. Dabei sollen unter anderem auch Informationen über die untertägigen Grubenbaue gewonnen werden.

Nach Abschluss der Untersuchungen und Sicherung des Gebietes soll der Concordia-See wieder touristisch genutzt werden. Bislang war als Zeitplan vorgesehen, wenigstens Teilbereiche ab 2012 wieder nutzen zu können.

Ein Gutachten hatte bereits ergeben, dass die Böschungen an dem ehemaligen Braunkohletagebau instabil sind. Offenbar hatten Strömungen unter der Wasseroberfläche dazu geführt, dass eine sogenannte Stützkippe abgetragen wurde.

Gedenken an die Opfer des Unglücks

Der Gottesdienst für die Bürger von Nachterstedt solle am Montag im kleinen Kreis in der örtlichen Kirche stattfinden, sagte der ehrenamtliche Ortsbürgermeister, Siegfried Hampe (parteilos). Nach der Predigt sollten noch Blumen an der Gedenkstätte für die Verstorbenen abgelegt werden.

Hampe wünschte sich, dass die Ursache für den Erdrutsch möglichst schnell aufgeklärt werde und der See bald wieder „touristisch wiederbelebt“ werden könne.

Bei dem Erdrutsch am 18. Juli 2009 am Concordia-Tagebausee waren drei Menschen unter 2,2 Millionen Kubikmetern Erde verschüttet worden. Sechs Doppelhäuser und die nach dem Erdrutsch stehen gebliebene zweite Hälfte eines Doppelhauses waren für unbewohnbar erklärt worden. Seit dem Unglück ist der See, der als Naherholungsgebiet diente, gesperrt.

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