Medienunternehmer

Leo Kirch mit 84 Jahren gestorben

Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Nach Angaben seiner Familie starb er am Donnerstag im Alter von 84 Jahren in München. Kirch zählte in den 90er Jahren zu den einflussreichsten Medienmanagern in Deutschland.

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Der Medienunternehmer Leo Kirch starb nach Informationen seiner Familie am Donnerstag im Alter von 84 Jahren.

Video: Reuters
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Der Medienunternehmer Leo Kirch ist tot. Im Alter von 84 Jahren starb der Gründer der Kirch-Gruppe am Donnerstag. „Unser geliebter Ehemann, Vater, Bruder, Dr. Leo Kirch, ist heute im Kreise seiner Familie friedlich verstorben. Wir sind sehr traurig“, ließ seine Familie in München mitteilen.

Leo Kirch war jahrzehntelang einer der mächtigsten Medienunternehmer in Deutschland. Aus dem Nichts hatte er einen der größten Film- und Fernsehkonzerne Europas mit fast 10.000 Beschäftigten aufgebaut. Neben der größten Spielfilm-Sammlung mit weit über 10.000 Titeln sowie rund 40.000 Stunden Serien gehörten ihm früher die Fernsehsender ProSieben, SAT1, N24, DSF und der Bezahlsender Premiere, das heutige Sky.

Der gebürtige Würzburger hatte mit Kinofilmrechen gehandelt, ehe er sich an der Gründung des Fernsehsenders Sat.1 beteiligte und zur beherrschenden Figur des Privatfernsehens aufstieg. Er baute die Kirch-Gruppe auf. Sein groß angelegter Plan, gemeinsam mit dem Bertelsmann-Konzern (Eigentümer von RTL) einen digitalen Bezahlsender aufzubauen, scheiterte 1990 am Einspruch der Europäischen Kommission und des Bundeskartellamts.

Im Jahr 2001 brachte ihn die Rückforderung eines Kredits von 900 Millionen Mark durch die Dresdner Bank in Schwierigkeiten. Im April 2002 meldete die Kirch Media AG Insolvenz an, wenige Monate später auch die Dachgesellschaft Taurus-Holding und andere Kirch-Beteiligungen. Die Insolvenz des Kirch-Konzerns 2002 war eine der größten Unternehmenspleiten Deutschlands. Kirch macht den damaligen Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer dafür verantwortlich und forderte Schadenersatz in Milliardenhöhe. Breuer hatte in einem Interview Kirchs Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen. Seitdem kämpfte Kirch in mehreren Prozessen gegen ihn.

2007 kehrte Kirch ins Mediengeschäft zurück mit der Beteiligung an der EM.Sport Media, später in Constantin Media umbenannt.

Kirch lebte zurückgezogen mit seiner Frau Ruth in München. Er hinterlässt einen Sohn.

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