Nach der Flucht

Klinik rüstet nach Ausbruch von Sextäter nach

Nachdem der aus einer Psychiatrie entflohene Sextäter Thomas H. gefasst ist, will die Klinikleitung nun die Sicherheitsmaßnahmen verschärfen. Der Mann war durch den Sprung aus einem Fenster aus der Klinik in Bad Zwischenahn ausgebrochen.

Zwei Tage nach dem Ausbruch eines Sexualstraftäters ist am Montag mit Nachbesserungen an den Fenstern der Klinik im niedersächsischen Bad Zwischenahn begonnen worden. „Die Handwerker sind schon da“, sagte der Chefarzt der Klinik für Forensische Psychiatrie, Joachim Dedden, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Polizei.

Die Verantwortlichen seien von der vorübergehenden Flucht des 40-Jährigen doppelt überrascht gewesen - „von der Möglichkeit und dass er es war“, sagte der Arzt. Bei dem Mann sei eigentlich keine besondere Fluchtgefahr gesehen worden. Der Sexualstraftäter hatte die Gitterstäbe eines Fensters aufgebogen und war durch den gut 20 Zentimeter breiten Spalt entkommen.

Am Sonnabend war der als gefährlich eingestufte Sexualstraftäter aus der psychiatrischen Klinik in Niedersachsen geflohen. Der 40-jährige Thomas H. sprang dabei aus dem Fenster seines Zimmers im zweiten Stock der Klinik. Das Fenster hatte er zuvor aufgerbcohen.

Der Mann konnte am Sonntagabend gegen 21.45 Uhr dank einer Zeugin festgenommen werden. Die Frau beobachtete H., wie er auf einem Fahrrad fuhr, und alarmierte daraufhin die Polizei. Der 40-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen. Die Beamten bedankten sich anschließend ausdrücklich bei der aufmerksamen Zeugin, die den Flüchtigen anhand eines veröffentlichten Fahndungsfotos erkannt hatte. Die Einsatzkräfte seien der Frau „für ihre Zivilcourage sehr dankbar“.

H. war nach einer Vergewaltigung im Januar 2010 vom Landgericht Oldenburg zum sogenannten Maßregelvollzug in das psychiatrische Krankenhaus eingewiesen worden. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Unterbringung für Straftäter, die wegen einer psychischen Erkrankung oder Drogensucht nicht oder nur eingeschränkt schuldfähig sind. H. war zuvor bereits 2004 wegen versuchter Vergewaltigung, Geiselnahme und gefährlicher Körperverletzung zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden.