Umstrittenes Spektakel

24 Verletzte bei erster Stierhatz durch Pamplona

Blutiger Auftakt: In der spanischen Stadt Pamplona sind wieder Tausende vor sechs Kampfstieren durch die engen Gassen geflüchtet. Einige wurden verletzt.

Im nordspanischen Pamplona sind bei der ersten Stierhatz des traditionellen San-Fermín-Festes 24 Menschen verletzt worden. Bei ihnen handele es sich um drei Spanier und einen Mann aus Panama, teilten die Organisatoren des weltberühmten Festivals mit. Unter den Verletzten waren auch vier Frauen. Die meisten zogen sich Quetschungen in Brust und Gesicht zu.

Der erste „encierro“ sei insgesamt „sauber und schnell“ gewesen. Die sechs beteiligten Stiere – jeder von ihnen etwa eine halbe Tonne schwer – hätten zweieinhalb Minuten für die knapp 850 Meter lange Strecke gebraucht.

Das Rennen fand traditionell um 8 Uhr statt, bis zum 14. Juli folgt täglich ein weiteres. Hunderte Menschen rennen dabei die 848,6 Meter lange Strecke durch die Altstadt vor den aggressiven Tieren davon. Insgesamt nehmen jedes Jahr 2000 bis 3500 Menschen an den waghalsigen Rennen teil. Der US-Schriftsteller Ernest Hemingway hat das San-Fermín-Fest in seinem Roman „Fiesta“ („The Sun Also Rises“) von 1926 beschrieben.

Jedes Jahr gibt es bei dem Stiertreiben zwei- bis dreihundert Verletzte, manchmal auch Tote . Die meisten Teilnehmer verletzen sich durch Stürze, manchmal werden sie aber auch von Stieren niedergetrampelt oder aufgespießt. Zuletzt gab es vor zwei Jahren ein tödliches Unglück: Vor den Augen zahlreicher Touristen rammte ein Stier einem 27-jährigen Spanier seine Hörner in Hals, Herz und Lunge.

Die 200.000-Einwohner-Stadt Pamplona rechnet in diesem Jahr mit mindestens genauso vielen Besuchern wie im vergangenen Jahr, als 1,5 Millionen Menschen zu dem Fest reisten. Die Hotels sind in diesem Jahr zu 95 Prozent ausgebucht.

Das Stierrennen und die Kämpfe, bei denen Toreros die Tiere abends töten, sind seit Jahren umstritten. Tierschützer kritisieren die Hatz schon seit Jahren als Tortur für die Stiere. Diese geht auf einen alten Brauch zurück: Im Mittelalter wurden die Rinder von den Weiden auf den Markt oder in den Schlachthof getrieben, später dann die Stiere in die Arena.