Saarland

Bananenspinne nach Gift-Einsatz für tot erklärt

Die gefährliche Spinne, die in einem Real-Supermarkt ihr Unwesen trieb, ist nach einem Gift-Einsatz wohl tot. Ihr Kadaver wurde allerdings nicht gefunden.

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Die in einem Supermarkt im saarländischen Bexbach entwischte, mutmaßlich hochgiftige Bananenspinne stellt keine Gefahr mehr dar. Nach einer intensiven Schädlingsbekämpfung sei die Spinne wohl tot, sagte ein Unternehmenssprecher. „Davon ist nach Angaben des Schädlingsbekämpfers auszugehen.“ Der Kadaver sei allerdings noch nicht gefunden worden.

Die Spinne war am Freitagmorgen beim Auspacken der Waren aus einer Bananenkiste gesprungen und geflüchtet. Drei Tage lang hatte ein Expertenteam den gesamten Einkaufsmarkt durchkämmt. Nachdem die Suche in der 5000 Quadratmeter große Ladenfläche erfolglos blieb, kam in der Nacht zum Sonntag in einer sogenannten Vernebelungsaktion Gift zum Einsatz.

Ein Unternehmenssprecher sagte, jetzt werde der Markt wieder für eine Öffnung am Montag vorbereitet. Dafür müsse das Ordnungsamt sein Okay geben. Doch werde man „definitiv“ noch nicht wie sonst üblich um 7 Uhr die Türen öffnen können, das dürfte erst im Laufe des Tages geschehen.

Ein Polizeisprecher sagte nach dem Gifteinsatz: „Nach Einschätzung der Experten müsste die Spinne tot sein.“ Das versprühte Gift werde im Lebensmittelbereich eingesetzt und sei für Menschen ungefährlich.

30 Spinnen-Jäger waren im Einsatz

Der Konzernsprecher berichtete, dass etwa 30 Personen im Einsatz waren, die auf der Suche nach der Spinne Regal für Regal das gesamte Sortiment aus- und wieder einräumten. „Das ist eine ziemlich aufwendige Arbeit.“ In dem Markt gibt es seinen Angaben zufolge 60.000 unterschiedliche Artikel, jeder davon steht in mehrfacher Ausfertigung im Regal.

Der Sprecher schätzt, dass die Zahl der einzelnen Produkte in dem Supermarkt in die Millionen geht. Während Konserven und ähnliches behalten werden, würden die offenen Waren wie Obst, Gemüse, Fleisch und Käse auf jeden Fall entsorgt. Die Höhe des Schadens lasse sich aber noch nicht beziffern.

Das eingesetzte Gift verflüchtige sich komplett, der Markt sei nach dem Einsatz mehrere Stunden lang durchgelüftet worden, sagte der Sprecher weiter. Er betonte, die Methode habe sich seit langer Zeit im Lebensmittelbereich bewährt. Sie werde beispielsweise in Bäckereien gegen Insekten eingesetzt.

Nach Ansicht der Polizei sind die Chancen gering, dass die Spinne noch gefunden wird. Durch den Einsatz des Sprühmittels büße das Tier bis zu 60 Prozent seiner Größe ein, sagte der Polizeisprecher. Das erschwere die Suche nach der Spinne, die im lebendigen Zustand etwa handtellergroß sei und sich nach dem Tod einrolle.

Überlebenschancen im Freien gering

Nicht ausgeschlossen ist, dass das Krabbeltier den Supermarkt längst verlassen hat. Nach Auskunft eines Spezialisten sind die Überlebenschancen der Spinne hierzulande im Freien aber gering. Die Nächte seien zu kalt, erklärte der Polizeisprecher.

Bei dem Tier soll es sich um eine giftige Bananenspinne aus Südamerika handeln. Nach Absprache mit den Behörden wurde der Supermarkt am Freitag evakuiert und ist seitdem geschlossen. Nach Angaben von Direktors des Neunkirchener Zoos, Norbert Fritsch, ist das Risiko nicht zu unterschätzen, sollte es sich tatsächlich um eine Bananenspinne handeln. Ein Biss könne auch für einen gesunden erwachsenen Menschen lebensbedrohlich sein.

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