Havarie auf der Wolga

Ausflugsschiff gesunken – Dutzende Menschen vermisst

Ein Passagierschiff mit mehr als 180 Menschen ist in der russischen Republik Tatarstan in der Wolga versunken. Eine Passagierin starb, etwa 100 werden vermisst.

Foto: AFP

Ein russisches Ausflugsschiff mit 182 Menschen an Bord ist nach einer schweren Havarie auf der Wolga gesunken. Mindestens eine Passagierin starb, das Schicksal von etwa 100 Menschen war auch Stunden nach dem Unglück unklar, wie das russische Zivilschutzministerium nach Angaben der Agentur Interfax mitteilte.

Die Überlebensaussichten der Vermissten sind nach offiziellen Angaben gering. 84 Menschen wurden gerettet. Sie wurden von einem anderen Schiff in der Nähe aufgenommen. Das Unglück geschah etwa 80 Kilometer von Kasan, der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tatarstan.

Präsident Dmitri Medwedjew ordnete einen Großeinsatz von Rettungskräften an. Das Zivilschutzministerium schickte ein Rettungsflugzeug mit Sondereinsatzkräften sowie Tauchern in die Region. Die Generalstaatsanwaltschaft entsandte Sonderermittler.

Schiff sank binnen Minuten

Das Ausflugsschiff „Bulgaria“ war am Nachmittag bei Unwetter havariert, wie der Radiosender „Echo Moskwy“ berichtete. Demnach sank das Schiff mit zwei Decks innerhalb weniger Minuten etwa drei Kilometer vom Ufer entfernt. An der Unglücksstelle ist die Wolga den Angaben zufolge am breitesten und etwa 20 Meter tief.

Zur Unglücksursache machten die Behörden zunächst keine Angaben. Es wurde allerdings ein Verfahren wegen Verstoßes gegen Sicherheitsvorschriften eingeleitet.

Möglicherweise waren zu viele Menschen an Bord. Demnach waren auf dem Schiff 125 Touristen, 22 Besatzungsmitglieder sowie 35 Service-Mitarbeiter. Das Schiff des Reiseanbieters „Agroretschtur“ war nach Medienberichten in den 1950er Jahren in der damaligen Tschechoslowakei hergestellt worden.

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