Vergewaltigungsskandal

Mutter von DSK-Anklägerin – "Er ist von Sex besessen"

Die Französin Tristane Banon hat Strauss-Kahn wegen Vergewaltigung angezeigt. Ihre Mutter, eine Parteifreundin des Ex-IWF-Chefs, sagt: "Er kann nicht anders".

Foto: AFP

Der Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn , darf trotz seiner Anklage wegen versuchter Vergewaltigung in New York möglicherweise bald nach Frankreich zurück. Manhattans Oberstaatsanwaltschaft Cyrus Vance erwägt nach einem Bericht des "Wall Street Journal“, die Anklage fallenzulassen.

Doch in seiner Heimat erwartet den 62-jährigen Franzosen ein ähnliches Verfahren. Anne Mansouret, die Mutter der Klägerin Tristane Banon, sagte dem Nachrichtenmagazin „Focus“: „Strauss-Kahn ist krank, er ist von Sex besessen und kann nicht anders.“ Anne Mansouret ist eine Parteifreundin des Sozialisten Dominique Strauss-Kahn.

„Das muss bei ihm ein Schub sein, ein Zwang. Er müsste sich behandeln lassen“, sagte Mansourt. Ihre Tochter Tristane hatte Anzeige gegen den Mann erstattet , der bis vor kurzem als aussichtsreicher Kandidat der Sozialisten für die französischen Präsidentschaftswahlen 2012 galt. Die 32-jährige Autorin wirft Strauss-Kahn vor, er habe sie im Februar 2003 bei einem Interviewtermin zu vergewaltigen versucht.

Auf die Frage, warum die Anzeige erst nach acht Jahren komme, antwortete Mansouret: „Mittlerweile hat die französische Öffentlichkeit viel gelernt.“ Vielen sei jetzt klar, wie sich Strauss-Kahn aufführe, „und dass das weder bei ihm, noch bei anderen Männern akzeptabel ist“.

2003 hatte die Mutter ihrer Tochter noch von einer Anzeige abgeraten. Inzwischen gibt sie zu, das Trauma für Tristane unterschätzt zu haben. Dominique Strauss-Kahn (DSK) bestreitet alle Vorwürfe, in New York wie in Paris.

In New York steht der Prozess auf der Kippe

Ungeachtet der Samenspuren von DSK in seiner New Yorker Hotelsuite steht die dortige Anklage wegen der Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Kronzeugin auf der Kippe. Der Anwalt des Zimmermädchens, Kenneth Johnson, lässt der Staatsanwaltschaft nach Angaben des Wirtschaftsblattes nur noch bedingt Kontakt zu seiner Mandantin. Johnson wirft Vance Parteilichkeit und mangelnde Fairness vor.

Ohne weitere Vernehmungen der Frau könnten die Widersprüche in ihren bisherigen Aussagen nicht geklärt werden, schreibt das „Wall Street Journal“. Die 32-Jährige stammt aus dem westafrikanischen Guinea und spricht nur gebrochen Englisch. Ihr Anwalt bezichtigt die Staatsanwaltschaft, seine Mandantin bei den ersten Vernehmungen eingeschüchtert und beschimpft zu haben.

Das Zimmermädchen wirft Strauss-Kahn vor, sie am 14. Mai in seiner Hotelsuite nackt überfallen und zum oralen Sex gezwungen zu haben. Die Frau hatte sich bei den Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft mehrfach über den Übersetzer beklagt. Er kenne die Sprache ihres Stammes nur ungenau, bemängelte sie laut „New York Times“. Außer ihren widersprüchlichen Aussagen lösten aber aber auch ihre engere Beziehung zu einem Häftling sowie Überweisungen von Tausenden von Dollar auf ihr Konto Misstrauen bei der Staatsanwaltschaft aus.

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