Zella-Mehlis

Verdächtiger gesteht Mord an kleiner Mary-Jane

Das Rätsel um den Mord an einer Siebenjährigen aus Zella-Mehlis ist gelöst: "Es besteht Klarheit über das Schicksal der kleinen Mary-Jane", teilte die Polizei mit.

Endlich Gewissheit im Mordfall Mary-Jane aus Zella-Mehlis in Thüringen. Der festgenommene Verdächtige aus dem Umfeld des Mädchens hat die Tat gestanden, sagte Andreas Beez von der Kriminalpolizei Suhl. Es handelt sich demnach um einen Einzeltäter.

„Es hat sexuelle Missbrauchshandlungen an dem Kind gegeben“, sagte Beez auf einer Pressekonferenz. „Danach wurde Gewalt gegen den Hals des Kindes ausgeübt.“ Daran sei Mary-Jane aber nicht gestorben. Sie sei vielmehr in dem Bachlauf im Wald ertrunken, wo sie später von Wanderern gefunden worden war. Auch der vermisste Schulranzen sei mittlerweile gefunden worden, fügte Beez hinzu.

Vorbestraft und unter Bewährung

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich bei dem Mann um einen ledigen 37-jährigen Deutschen, der wegen Betäubungsmittel- und Verkehrsdelikten vorbestraft ist. Er steht zurzeit noch unter Bewährung.

Beez zufolge war der Festgenommene „über einen anderen Bekannten“ mit der Familie von Mary-Jane bekannt. Zuletzt habe sich der 37-Jährige Ende 2010 in der Wohnung der Familie aufgehalten.

Gegen Tino L. sei Haftbefehl wegen sexuellen Missbrauchs in Tateinheit mit Mord ergangen, sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Bettina Keil. Der Richter ordnete nach ihren Worten die Einzelunterbringung im Gefängnis an.

„Spur 130“ überführte den Täter

Zeugenhinweise und eine anschließende DNA-Überprüfung hatten zu dem Täter geführt. Unter anderem war der Verdächtige dabei gesehen worden, wie er Kinder von seinem Balkon aus beobachtete, sagte Beez. Sein Alibi habe sich außerdem als nicht zutreffend erwiesen. Der Mann wurde daraufhin observiert und dann auf seiner Arbeitsstelle in Suhl festgenommen.

„Wir hatten uns zur Aufgabe gemacht, zunächst den Schulweg des Mädchens zu rekonstruieren“, sagte Beez über die Ermittlungsarbeit. Mary-Jane sei am 24. Juni nach dem Schulhort zuerst in Richtung des Mehliser Marktes gelaufen. Danach sei die Siebenjährige in einer Apotheke gewesen und anschließend in Richtung Feldgasse gelaufen. Dann verlor sich ihre Spur. Die Mutter meldete sie als vermisst.

Einen Tag später hatten Wanderer das tote Kind in einem Bachlauf unweit der elterlichen Wohnung im Wald gefunden. Die Polizei hatte alle Männer und Frauen im Wohngebiet von Mary-Janes Familie um freiwillige DNA-Proben gebeten und 800 Speichelproben erhalten.

Nach mehreren Aufrufen seien bei der Polizei rund 1000 Hinweise eingegangen, sagte Beez. Es habe 700 klassische Spuren an Leiche und Tatort gegeben, 650 freiwillige DNA-Abnahmen seien gemacht worden. Zum Erfolg geführt habe schließlich „Spur 130“ geführt.