Etwas anderer Religionsunterricht

Pfarrer stiftete Schüler zu Erotik-Kalender an

Ein Pfarrer aus Sachsen muss sich nach einer neuen Stelle umsehen, weil er seine Schüler im Religionsunterreicht aufgefordert hatte, erotische Bibelszenen nachzustellen. Der Geistliche sah sich nicht im Unrecht - er habe Material aus dem Lehrplan verwendet.

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Ein sächsischer Pfarrer darf nicht mehr in seiner Gemeinde arbeiten, nachdem er Schüler zur Erstellung eines Kalenders mit erotischen Bibelszenen ermuntert hat. Wie der Sprecher der evangelischen Landeskirche, Matthias Oelke bestätigte, sei der Pfarrer der Gemeinde Graupa-Liebethal bei Pirna, Gunter Odrich, in den Wartestand versetzt worden und müsse sich nun auf eine neue Stelle bewerben. Seit Ende März hatte die Landeskirche nach Oelkes Angaben geprüft, ob Odrich für die knapp 900 Mitglieder zählende Gemeinde noch „gedeihlich“ wirkt.

Aus verschiedenen Gesprächen sei hervorgegangen, dass es zwischen dem langjährigen Ortspfarrer und seiner Gemeinde Zerwürfnisse gibt. Hintergrund und Auslöser der Kontroverse unter den Gläubigen ist Odrichs kurze Zeit als Religionslehrer am Herder-Gymnasium in Pirna. Dort soll der Seelsorger Neuntklässler zur Erstellung eines Kalenders mit erotischen Bibelszenen ermuntert haben. Die Schule entließ ihn daraufhin.

Pfarrer beruft sich auf Material aus Lehrplan

Odrich verteidigt sein Vorgehen damit, dass er Material aus dem Lehrplan verwendet habe. Die Vorfälle in der Schule seien ein „Bagatellen-Anlass“ für einen Streit, den er auf „Machtinteressen“ seiner Kirchenvorsteher zurückführe, sagte der Theologe. Der Vater von fünf Kindern ist nach eigenen Angaben seit März krankgeschrieben.

Gegen den Bescheid kann der Pfarrer innerhalb der nächsten vier Wochen Widerspruch einlegen. Odrich kündigte an, er werde es sich überlegen.

Oelke sprach von etwa 40 freien Pfarrstellen in ganz Sachsen, auf die sich Odrich bewerben könne. In der Vergangenheit habe es ähnliche Fälle bereits gegeben. Die Landeskirche kündigte an, die Stelle in Graupa-Liebethal wieder zu besetzen.