Sex-Skandal

Strauss-Kahn - Jetzt wird in Frankreich ermittelt

Im Fall der neuerlichen Vergewaltigungsvorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn hat die französische Justiz erste Schritte eingeleitet. Die Journalistin Tristane Banon hatte Anzeige gegen den Ex-IWF-Chef erstattet.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Im Fall des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn haben seine Anwälte und die Staatsanwaltschaft ein Treffen ohne Annäherung beendet.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung einer französischen Autorin nimmt die französische Justiz gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn polizeiliche Vorermittlungen auf. Dies teilten Justizbeamte in Paris am Freitag mit, nachdem die Autorin Tristane Banon zuvor Anzeige erstattet hatte. Es handelt sich dabei aber noch nicht um ein formelles Ermittlungsverfahren.

Knapp zwei Monate nach der Festnahme Strauss-Kahn wegen eines Sexualdeliktes in New York hatte die Französin Tristan Banon am Mittwoch Anzeige gegen ihren Landsmann erstattet.

"Wir planen eine Klage. Ich arbeite mit ihr daran“, sagte der Anwalt David Koubbi. Banon soll nacheigener Darstellung 2002 von Strauss-Kahn sexuell belästigt worden sein. Die 31-Jährige hatte schon 2007 in einer Fernsehsendung von dem Vorfall berichtet. Die Frau ist das Patenkind von Strauss-Kahns zweiter Ehefrau und eine gute Freundin von Strauss-Kahns Tochter Camille.

Die Mutter der 31-Jährigen ist eine Abgeordnete der sozialistischen Partei PS, der auch Strauss-Kahn angehört. Sie bedauerte kürzlich, dass sie ihre Tochter damals von einer Klage gegen Strauss-Kahn abgehalten habe. "Meiner Tochter ging es sehr schlecht. Aber es wäre aus familiären Gründen zu heikel gewesen“, sagte sie der Zeitung "Paris Normandie“.

Die junge Frau hatte 2007 in einem Fernsehinterview von dem Vorfall berichtet. Der Name Strauss-Kahn war jedoch mit einem Pfeifton unkenntlich gemacht worden. Nach der Schilderung der Journalistin hatte sie den Politiker getroffen, um mit ihm über ihr erstes Buch zu sprechen. Er habe sie zu vergewaltigen versucht, es sei zu einer körperlichen Auseinandersetzung gekommen.

Nach dem Fall Nagy IWF-Kodex geändert

Bei den Ermittlungen untersuchen die US-Justizbehörden auch den Fall der ehemaligen IWF-Mitarbeiterin Piroska Nagy aus dem Jahr 2008, wie aus Justizkreisen verlautete. Strauss-Kahn hatte mit Nagy vor drei Jahren eine kurze Affäre.

Die Volkswirtin warf ihm anschließend vor, seine Position missbraucht zu haben, um sich ihr anzunähern und sie unter Druck zu setzen. Strauss-Kahn wies die Vorwürfe zurück. Nagy verließ den IWF nach Angaben ihres Anwalts aus freien Stücken und erhielt eine Abfindung. Strauss-Kahn kam mit einer Verwarnung durch das IWF-Führungsgremium davon.

Der IWF verschärfte wegen des Falls Nagy den Verhaltenskodex für seine Mitarbeiter. Da Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen zu einem Interessenkonflikt führen könnten, müssen solche Affären künftig umgehend gemeldet werden. Andernfalls drohen Disziplinarstrafen. Im Falle von sexueller Belästigung sei auch eine Kündigung möglich.

Der ehemalige IWF-Direktor wurde im Mai in New York wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung eines Zimmermädchens festgenommen. Er bestreitet die Vorwürfe. Nachdem Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers aufkamen, wurde er in der vergangenen Woche ohne Kaution aus dem Hausarrest entlassen. Die Ermittlungen in den USA werden jedoch fortgesetzt

In der Vergangenheit hatte Koubbi gesagt, es werde kein Prozess angestrebt, bis die Verhandlung in den USA beendet sei. Nun habe man sich dazu entschieden, die Sache voranzutreiben, statt abzuwarten, sagte er.