Sex-Skandal

Strauss-Kahn wird sich nicht schuldig bekennen

Im Fall der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Dominique Strauss-Kahn streitet der Ex-IWF-Chef alle Anklagepunkte kategorisch ab. Inzwischen steigen die Erwartungen, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren fallen lässt.

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Im Fall des früheren IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn haben seine Anwälte und die Staatsanwaltschaft ein Treffen ohne Annäherung beendet.

Video: Reuters
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Der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wird sich seinen Anwälten zufolge in keinem der Anklagepunkte schuldig bekennen. Es habe auch keinerlei Absprachen zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft gegeben, sagte Strauss-Kahns Anwalt William Taylor der Zeitung „New York Times„ am späten Mittwochabend.

Zuvor hatten sich Strauss-Kahns Anwälte und die Staatsanwaltschaft zwei Stunden lang beraten, das Treffen aber ohne erkennbare Annäherung beendet.

Strauss-Kahn wird versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens zur Last gelegt. Allerdings hat die Staatsanwaltschaft inzwischen erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers. Sie will die Ermittlungen aber dennoch weiterführen.

Der Rechtsanwalt der Frau forderte unterdessen Staatsanwalt Cyrus Vance in einem Brief auf, sich wegen Befangenheit freiwillig von dem Verfahren zurückzuziehen . Er warf der Staatsanwaltschaft vor, sie habe Informationen zum Schaden seiner Mandantin in die Öffentlichkeit gebracht.

Die US-Staatsanwaltschaft lehnte einen Rückzug jedoch strikt ab. Eine solche Forderung sei „absolut unbegründet“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Auch der Einsetzung eines Sonderstaatsanwaltes erteilte sie eine Absage.

Strauss-Kahn ist wegen der Zweifel der Staatsanwaltschaft nach mehreren Tagen in Untersuchungshaft und anschließendem Hausarrest inzwischen wieder auf freiem Fuß . Die nächste Anhörung vor Gericht ist für den 18. Juli geplant. Inzwischen steigen die Erwartungen, dass die Staatsanwaltschaft die Anklage fallen lässt. Sollte er jedoch schuldig gesprochen werden, drohen Strauss-Kahn 25 Jahre Haft.

Eine Haftstrafe vermeiden könnte er beispielsweise mit dem Eingeständnis von Taten. Solche Absprachen (plea bargain) zwischen Verteidigung und Staatsanwaltschaft kommen in den USA häufig vor.

Inzwischen droht Strauss-Kahn auch in seiner Heimat ein Ermittlungsverfahren, nachdem eine Autorin Anzeige wegen eines sexuellen Angriffs im Jahr 2003 erstattet hat . Die Vorwürfe waren im Lichte der Ereignisse in New York erst jetzt an die breite Öffentlichkeit gekommen.