Lotterie in Indien

Wer sich sterilisieren lässt, kann ein Auto gewinnen

Um die Geburtenrate zu senken, setzen indische Behörden auf eigenwillige Maßnahmen: Wer sich freiwillig sterilisieren lässt, kann bei einer Lotterie Sachpreise gewinnen.

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Zur Senkung der Geburtenrate setzen Behörden in Nordindien auf freiwillige Sterilisierung und bieten dafür als Belohnung Fernseher, Küchenmaschinen und Motorräder. Pratap Singh Dutter, Kreisarzt im Distrikt Jhunjhunu im Bundesstaat Rajasthan, sagte, wer sich ab dem 1. Juli bis zum 30. September sterilisieren lasse, nehme an einer Lotterie mit vielen Preisen teil.

Hauptpreis ist ein Kleinwagen Nano des indischen Herstellers Tata, der mit umgerechnet 2000 Euro als billigstes Auto oder Welt gilt. Dutter äußerte die Hoffnung, dass es in den kommenden drei Monaten 6000 Sterilisierungen geben werde. Bislang sei die Zielmarke von 21.000 Sterilisierungen im Jahr noch weit entfernt.

Im März veröffentlichte Statistiken besagen, dass Indien China als bevölkerungsreichstes Land 2030 überholen wird. In den 1970er Jahren hatte Sanjay Gandhi, der Sohn der damaligen Regierungschefin Indira Gandhi, ein umstrittenes Programm zur Geburtenkontrolle ins Leben gerufen, das Zwangssterilisierungen von Männern mit zwei oder mehr Kindern vorsah.

Damit hat die Familienplanung in Jhunjhunu, wo die Bevölkerung binnen zehn Jahren um 11,8 Prozent auf 2,1 Millionen Menschen anstieg, laut Dutter nicht zu tun. „Wir zwingen oder missbrauchen niemanden, wir versuchen nur, zur freiwilligen Teilnahme zu ermutigen.“