"Hekla"

Nächster Vulkanausbruch auf Island bahnt sich an

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: pa/obs/ARTE/Saint-Thomas Product / pa/obs/ARTE/Saint-Thomas Product/ARTE/Saint-Thomas Productions

Es grummelt am isländischen Vulkan Hekla, der zuletzt 2000 ausgebrochen ist. Wissenschaftler haben eine ungewöhnliche unterirdische Aktivität am isländischen Vulkan Hekla gemessen. Der Ausbruch könnte ganz schnell kommen, so die Erfahrung mit Hekla.

Island stellt sich auf einen weiteren Vulkanausbruch ein. Messungen registrierten am Vulkan Hekla, 100 Kilometer östlich von Reykjavik, seit einigen Tagen „ungewöhnliche Bewegungen“, wie der Vulkanologe Páll Einarsson am Mittwoch mitteilte. Allerdings sei es für Schlüsse auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch noch zu früh.

Der 1491 Meter hohe, 110 Kilometer östlich der Hauptstadt Reykjavik gelegene Hekla zählt zu den aktivsten und am meisten gefürchteten Vulkanen in dem nordischen Inselstaat. Früher wurde er von den Isländern „Tor zur Hölle“ genannt. Er brach in den vergangenen tausend Jahren rund 20 Mal aus, zuletzt vor mehr als elf Jahren.

Der Vulkanologe Ari Trausti Gudmundsson sagte, wenn der mögliche Ausbruch den vergangenen vier Ausbrüchen ähnlich sei, sei es „wenig wahrscheinlich“, dass er Folgen für den europäischen Flugverkehr haben werde. „Natürlich hängt das vom Ausmaß des Ausbruchs ab, und das ist schwer vorherzusagen.“ Der Hekla war zuletzt am 26. Februar 2000 ausgebrochen – nur anderthalb Stunden, nachdem erste Erschütterungen zu spüren waren. Dies sei allerdings eine ungewöhnlich lange Zeit für Hekla gewesen, sagte Einarsson: „1970 gab es nur eine Vorwarnung von 25 Minuten.“ Der isländische Zivilschutz traf nach eigenen Angaben noch keine Vorkehrungen für einen möglichen Ausbruch.

Auf der Nordatlantik-Insel hatte im Frühjahr 2010 der Ausbruch des benachbarten Gletschervulkans Eyjafjallajökull den europäischen Flugverkehr durch Flugasche lahmgelegt. Der europäische Luftraum wurde für fast einen Monat geschlossen, Millionen Reisende in aller Welt saßen fest. Der Ausbruch des Grímsvötn im Mai dieses Jahres verlief für Anwohner in Island sowie Flugreisende in Europa glimpflicher.

Hekla gehört zu den bekanntesten und aktivsten Vulkanen auf Island mit seinen insgesamt mehr als 30 aktiven Vulkansystemen. Seine Ausbrüche richten keine umfassenden Schäden an, kommen aber recht häufig: Hekla war zuletzt 1947, 1980, 1981, 1991 und 2000 aktiv. Seine Ausbrüche beginnen in der Regel fast ohne Vorwarnung.

Einarsson meinte, die Vulkanologen seien sich unsicher über die Bedeutung der jetzt gemessenen ungewöhnlichen Bewegungen. Das liege auch am Einsatz neuer und bisher wenig erprobter Messgeräte. Aber „Hekla war immer schwer vorzusagen“. Noch gebe es keinen Grund für Alarm. Andererseits habe der Vulkan seit zehn Jahren auf einen neuen Ausbruch zugesteuert und sei seit drei bis vier Jahren dazu bereit.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos
Beschreibung anzeigen