Royaler Besuch

William und Kate absolvieren Actionprogramm

William und Kate haben ihren ersten Staatsbesuch in Kanada und den USA vor sich. Die Amerikaner freuen sich wie verrückt auf das royale Paar. Auf dem sportlichen Programm der beiden stehen Kanu und Rodeo.

Foto: dpa /picture alliance / dpa

Dies wird eine königliche Nummer wie keine. Der Herzog und die Herzogin von Cambridge brechen zu ihrer zehntätigen Reise nach Kanada und Los Angeles auf. Es ist der erste Überseetrip, den das jungvermählte Paar im Namen der Queen und der britischen Regierung unternimmt. Aber was besagt das schon über das Spektakel, welches sich um das Programm ranken wird. Die acht Tage in Kanada bringen eine Abfolge von Schaustücken, mit Prinz William und seiner Catherine im Fokus der Ereignisse, dass die Fotojournalisten aus aller Welt schon jetzt ins Schwärmen geraten. Und Los Angeles wird zum Schluss das Nonplusultra von Glamour produzieren, ein Celebrity-Hochfest aus Adel, Geld und Schönheiten, wie selbst das eventverwöhnte Hollywood es nicht alle Tage zu sehen bekommt. Die beiden sind in den USA längst zu Superstars geworden. Aktuell schmücken sie das Cover der Juliausgabe der amerikanischen „Vanity Fair“ mit einem exklusiven Foto von ihrem Star- und Lieblingsfotografen Mario Testino.

Schnell ihr Französisch aufpoliert

Wenn Royals auf Reisen gehen, zumal in der Verkörperung des 29 Jahre alten jungen Paares William und Catherine, darf das globale Dorf sich auf Denkwürdiges gefasst machen. Auch auf eventuell Heikles, etwa wenn in dem mehrheitlich Französisch sprechenden Québec kanadische Anti-Monarchisten ihr Mütchen zu kühlen wünschen. Aber Catherine hat zuletzt ihr Französisch fleißig aufpoliert, um mögliche Proteste zu entkräften. Sie und William wollen im Übrigen so locker wie möglich auftreten, etikettenfern; sie ließen sogar wissen, dass sie nichts dagegen hätten, wenn man sie beim „Bad in der Menge“ mit „William“ und „Kate“ anreden würde.

Kanada ist eines der ältesten Dominien des Commonwealth, ein britisches Familienmitglied gleichsam, so traditionell eng sind die beiderseitigen Beziehungen. In Kanada war während des Kriegs Kates Großvater väterlicherseits als Fluglehrer tätig, für Maschinen, mit denen die kanadische Air Force in die Kämpfe in Europa eingriff. Prinz William seinerseits weilte im März 1998 mit Bruder und Vater in den kanadischen Rocky Mountains zu einem Skiurlaub, wobei der damals 15-Jährige zum ersten Mal kreischenden Teenagern begegnete, die mit Plakaten wie „Heirate mich, William!“ ihr Herz zu Markte trugen. Diese Option ist inzwischen zwar passé, doch stillt Herzogin Catherine kraft ihrer glanzvollen Ausstrahlung den Bedarf an Jubel und Trubel mühelos.

Rodeo, Kanu und 40 Kleider im Gepäck

Die Route des Paares ist gesäumt mit lauter Aktivitäten, die den sportlichen Interessen beider und ihrer jugendlichen Begeisterungsfähigkeit angepasst sind. So werden sie am 4.Juli auf einem See auf dem Prince Edward Island an Kanadas Atlantikküste an einem Kanurennen der Drachenbootklasse teilnehmen, getrennt als Steuermann und Steuerfrau ihrer jeweiligen Boote. William wird auch als Kopilot bei einer Wasserlandung der Sea-King-Hubschrauber dabei sein, die er selber auf Anglesey in Wales fliegt. In Yellowknife in den North Western Territories im arktischen Norden Kanadas dann kommen Wettkämpfe wie das dort beliebte „Straßenhockey“ zum Zuge und andere sportliche Herausforderungen in der Kältezone des Landes.

Einen Höhepunkt bilden der 7. und 8.Juli in Calgary, Provinz Alberta. Hier steigt das größte Rodeo der Welt, die „Calgary Stampede“, aber auch ein Planwagenrennen, bei dem man die verfolgten „Wagons“ mit Wurfgegenständen außer Gefecht zu setzen versucht. Danach erhalten William und Catherine ihre pflichtschuldigen Cowboyhüte, eine malerische Zutat für Kates diversen Kopfschmuck. Überhaupt, ihre Kleider für diese Reise – mindestens vierzig Modelle von Designerhand und aus Kaufhausketten werden der Herzogin zur Verfügung stehen, sorgfältig gepflegt und bereitgehalten durch das begleitende Personal.

Mit Superlativen ist zu rechnen

Los Angeles, spezifisch der „Polo & Racquet Club“ von Santa Barbara, sowie eine TV-Preisfeier in Hollywood werden vom 8. bis 10.Juli mit Superlativen aufwarten. Prinz William ist als Teilnehmer an einem Polo-Match vorgesehen, dem ein Benefizdinner für „amerikanische Freunde der Stiftung von Prinz William und Prinz Harry“ folgt – einem gemeinnützigen amerikanischen Ableger, der erst im Mai in New York registriert wurde, zur Starthilfe für Jugendliche, für Umweltschutzorganisationen und zur Fürsorge von Kriegsveteranen und deren Familien.

Mit einem 60000-Pfund-Beitrag dürfen reiche Spender sich unter die Gäste der Party mit William und Kate mischen; Tiffany und Audi, die offiziellen Sponsoren, schießen hohe sechsstellige Summen hinzu. Eine Crème de la Crème aus Business und Hollywood-Celebrities, ein Kotau auch vor dem nach den Royals schier verrückten Amerika.