Nach dem Prozess

Kachelmann-Anwalt kritisiert Ex-Geliebte scharf

Der Verteidiger von Moderator Jörg Kachelmann hat die Ex-Freundin seines Mandanten für deren Interview in der Zeitschrift Bunte scharf angegriffen. Kachelmann selbst will jetzt eine Stiftung für fälschlich angeklagte Männer gründen.

Der Verteidiger von Jörg Kachelmann, der Hamburger Strafverteidiger Johann Schwenn, hat das Interview der Zeitschrift "Bunte" mit Claudia D., der Ex-Geliebten seines Mandanten, kritisiert. Er monierte, dass in der Hauptverhandlung alles Erdenkliche versucht worden sei, um die Zeugin vor der Öffentlichkeit zu schützen. "Diese Bemühungen vergilt sie der Kammer nun mit diesem Auftritt." Die "einzig interessante Information" fehle zudem: "Ob, und wenn ja, wie viel der Illustrierten dieser Auftritt wert war." Zum Inhalt des Interviews selbst äußerte er sich jedoch nicht.

Die Schwetzinger Radiomoderatorin Claudia D. (38) hatte zuvor der Zeitschrift "Bunte" ihr erstes Interview gegeben. Darin bezeichnet sie Kachelmann erst als "Monster", nennt ihn dann allerdings nur noch "JK". "Er belügt, betrügt und manipuliert jeden um sich herum", sagte sie und zeigte sich tief enttäuscht von der deutschen Justiz: "Ich würde jeder Frau abraten, ihren Peiniger anzuzeigen, wenn dieser reich ist und sich mit Geld freikaufen kann."

Wettermoderator Kachelmann will derweil eine Stiftung gründen, die sich für falsch beschuldigte Männer, aber auch wirkliche Vergewaltigungsopfer einsetzt. Die Stiftung soll Geld zur Verfügung stellen, damit sich mutmaßliche Opfer oder zu Unrecht Beschuldigte "anständige Gutachter und Anwälte leisten können", sagte Kachelmann im zweiten großen Interview nach seinem Freispruch der Schweizer Zeitschrift "Weltwoche". Damit wolle er zur besseren Wahrheitsfindung vor Gerichten beitragen.

Kachelmann kritisiert, dass es derzeit "nur komplett lächerliche Strafen für Frauen gibt, die eine Vergewaltigung erfinden, um sich an einem Mann zu rächen." In dem Interview geht Wettermoderator Jörg Kachelmann erneut hart mit der Mannheimer Justiz ins Gericht und bezeichnet sie als "Gaga-Justiz".