Realer Rambo

Ex-Elitesoldat schießt in Montana auf Polizisten

Ein bewaffneter Ex-Elitesoldat hält derzeit die Polizei im US-Bundesstaat Montana in Atem. Der ehemalige Marine lieferte sich einen Schusswechsel mit der Polizei und flüchtete anschließend in bester Rambo-Manier in die nahegelegenen Wälder.

Im Jahr 1982 machte sich Sylvester Stallone als ebenso traumatisierter wie brutaler Kriegsveteran John Rambo zur Actionlegende. In dem ersten von sechs Filmen hält die Polizei den hochdekorierten Ex-Elitesoldaten für einen Landstreicher und nimmt ihn fest. In einer atemberaubenden Aktion flieht Rambo aus dem Gefängnis in die nahegelegenen Berge. Dort angekommen, tut Rambo das einzige, was er kann: kämpfen.

Ähnliche Szenen scheinen sich im Moment auch in dem amerikanischen Bundesstaat Montana abzuspielen. Dort sucht die Polizei nach einem geflohenen Ex-Marine, der sich am Sonntag nach einem Schusswechsel mit der Polizei in die Wälder nahe der Stadt Missoula durchschlagen konnte und seitdem verschwunden ist.

Dieser Rambo heißt David Earl Burgert und ist wie sein Filmpendant ein ehemaliger Elitesoldat – im Gegensatz zum prominenten John Rambo jedoch kein Sympathieträger.

Bereits am Sonntag ereignete sich der Vorfall, bei dem Burgert auf eine Polizeistreife schoss. Er war den Beamten aufgefallen, als er scheinbar ziellos auf einer Straße nahe Missoula umherfuhr. Als die Polizisten ihn aufforderten anzuhalten, sprang Burgert aus seinem stehenden Wagen und eröffnete das Feuer auf die Beamten. Anschließend verschwand er im Wald. Die Polizisten blieben unverletzt.

Nach seiner Flucht veranlassten die örtlichen Behörden eine großräumige Suchaktion. Mehr als 60 Polizisten durchkämmten seit Sonntag ein knapp 150 Quadratkilometer großes Waldgebiet. Auch ein Polizeihubschrauber kam zum Einsatz – jedoch ohne Erfolg. Das Gebiet im Lolo National Forest gilt abseits der Straßen schwer zugänglich und ist mit mehr als 8000 Quadratkilometer Größe ideal, um sich zu verstecken. „Er ist bewaffnet und sehr gefährlich“, zitiert die Los Angeles Times den Sheriff von Flathead County, Chuck Curry. Man habe die Bevölkerung ausdrücklich vor ihm gewarnt.

Wie der stellvertretende Leiter der Polizei, Undersheriff Mike Dominik, gegenüber dem amerikanischen Fernsehsender Fox News mitteilte, ist Burgert kein Unbekannter bei der Polizei. Er gilt als Kopf der militanten Gruppe „Project 7“, die offenbar die Ermordung kommunaler Persönlichkeiten plante. Burgert wurde nie verurteilt, da Ärzte bei ihm Paranoia diagnostizierten. 2003 musste er jedoch eine Haftstrafe wegen Waffenbesitzes und Verstoß gegen Bundesgesetze antreten. Er wurde im März 2010 entlassen.

Am Dienstag wurde die Suche wieder eingeschränkt. Es sei sehr wahrscheinlich, dass Burgert bereits viel tiefer in die Wälder vorgestoßen sei, so Sheriff Chuck Curry. Bereits 2002 inszenierte der Ex-Marine einen Unfall, um einer anstehenden Verhaftung zu entgehen. Er entkam, weil er sich eine Waffe an den Kopf hielt und drohte, sich zu erschießen.

Auch Rambo machte es seinen Verfolgern im Film nicht leicht. In der Mitte des Streifens richtet er sich gegen die Polizei, er beginnt seinerseits einen Rachefeldzug. Zum Schluss jedoch erleidet der Kämpfer einen Nervenzusammenbruch, verursacht durch die traumatischen Erinnerungen an den Vietnamkrieg und gibt schließlich auf. Einen Ausgang, auf den die Polizei in Montana nur hoffen kann.