USA

Online-Angebot der "New York Times" wird gebührenpflichtig

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New York – Als erste Zeitung von Weltrang bietet die "New York Times" ein digitales Abonnement an: Seit Donnerstag können die kanadischen Leser des Blattes als Avantgarde die Tauglichkeit des neuen Konzepts erproben. Vom 28. März an soll es in den USA und weltweit umgesetzt werden.

Die 1851 gegründete, prestigereichste US-Tageszeitung hat mit über 30 Millionen Nutzern auch die größte Online-Ausgabe. Diese Nutzer sollen künftig nur noch zwanzig Artikel (Diaschauen, Videos et cetera) kostenlos nutzen können; beim 21. Versuch werden sie aufgefordert, das Online-Abonnement zu erwerben.

Gratis verfügbar bleibt die "Top News"-Sektion der Smartphone- und Tablet-Anwendungen. Doch auch hier gilt: ein tieferes Forschen in den Apps der "New York Times" wird mit der Aufforderung enden, den Inhalt zu bezahlen.

Das Risiko, massenhaft Online-Leser zu verlieren, wird konterkariert von dem auf Dauer ruinösen Zustand, teure Qualitätsinhalte online zu verschenken und auf Papier immer teurer zu machen. Arthur Sulzberger, Herausgeber der "New York Times", wendete mit einem Brief an das Publikum. Er hoffe, die Leser könnten die Maßnahme als "Investition" in die "Times" verstehen. "Eine Investition, die uns in die Lage versetzt, Journalismus von hoher Qualität unseren Lesern in aller Welt und jeder Form zu bieten."

Detaillierte Informationen zu den drei Abonnements-Paketen der "Time"“ sind unter www.nytimes.com/access zu finden. Wie das Experiement ausgeht, wird in den US-Medien mit Spannung beobachtet. Die ersten Erfahrungen waren nich ermutigend. Vor zwei Jahren versuchte die "Times", die Meinungsstücke ihrer Kolumnisten gebührenpflichtig zu stellen. Die Nachfrage der Leser brach so massiv ein, dass die Massnahme bald kleinlaut zurückgenommen wurde.

Uwe Schmitt