Russland

Medwedjews Sohn spielt Gitarre mit Deep Purple

Foto: dpa / dpa/DPA

Moskau – Um Kindheitsträume zu erfüllen, muss man wohl Präsident Russlands werden. So einer kann sich die absolute Lieblingsband seiner Schulzeit einfach so zu sich nach Hause auf einen Tee bestellen, wie es Dimitri Medwedjew mit Deep Purple gemacht hat.

Die Rockveteranen haben ein Konzert in Moskau gegeben, kurz davor hatten sie den Präsidenten in seiner Residenz Gorki besucht.

Die Musiker waren direkt nach dem US-Verteidugungsminister Robert Gates dran. Während sie auf den russischen Staatschef warteten, konnten sie sich sein Musikequipment anschauen.

Als der Gastgeber hereinkam, startete er auf einem alten Kassettenspieler den vorbereiteten Song von Deep Purple und erzählte vor laufenden Kameras, dass er in der Schule ihre Lieder auf bei einer Disko aufgelegt hatte.

Die Liste der Musik für die Schuldiskos musste von der Organisation der jungen Kommunisten bestätigt werden, aber der junge Medwedew war wohl schon damals gut mit den Machthabern vernetzt.

Die Musiker saßen auf Stühlen mit vergoldeten Rücklehnen, sahen die schweren Vorhänge des Zimmers und die teure Uhr ihres hochrangigen Fans an und wirkten wie extra eingeladene bekannte Partygäste, die gleich einen Witz erzählen sollten. Ian Gillan hat nicht lange auf sich warten lassen.

„Früher dachte ich, dass Präsidenten und Polizisten so eine Art ältere Leute sind“, sagte der 65-jährige Musiker dem 45-jährigen Präsidenten. Der Drummer Ian Paice hat Medwedew seine Trommelstöcke geschenkt.

Dimitri Medwedew hat den grauhaarigen Rockern stärkere Getränke als Tee versprochen, wenn die Presse weg ist. Dafür mussten sie den 15-jährigen Sohn des Präsidenten, Ilja Medwedew kennen lernen, der auch selbst musiziert. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur RIA-Nowosti durfte er sogar mit der Band Gitarre spielen.

2008 haben Deep Purple auf dem 15-jährigen Jubiläum von Gasprom gespielt, organisiert ganz nach dem Geschmack von Dimitri Medwedew, damals dem Aufsichtsratvorsitzenden des Gasmonopolisten. Zu seinen Lieblingsbands zählen auch Black Sabbath, Led Zeppelin und Linkin Park.

Julia Smirnova