Vergewaltigungs-Vorwurf

Hausarrest - Whirlpool und Kino für Strauss-Kahn

Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn, dem die Vergewaltigung eines Zimmermädhcnes vorgeworfen wird, steht unter Hausarrest - mit Fußfessel, in einem Luxushaus: vier Bäder, vier Schlafzimmer, eigenes Kino, Fitnessraum. Miete pro Monat: 50.000 Dollar.

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Der unter dem Vorwurf der versuchten Vergewaltigung stehende frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn hat eine neue Unterkunft in New York gefunden

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Der unter Hausarrest stehende Dominique Strauss-Kahn ist am Mittwoch von einer temporären Unterkunft in ein vornehmes Stadthaus in Manhattan gezogen. Der wegen versuchter Vergewaltigung angeklagte Franzose, der als Chef des Internationalen Währungsfonds zurückgetreten war, wurde gesehen, wie er lächelnd in ein graues Auto stieg. Er wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen rund 1,6 Kilometer von seiner bisherigen Wohnung entfernt in das Haus in Tribeca, einem Stadtteil von Manhattan, gebracht, wie eine Gewährsperson der Nachrichtenagentur AP sagte. Strauss-Kahn war am 14. Mai wegen des Verdachts auf versuchte Vergewaltigung einer Hotelangestellten in New York festgenommen worden

Gerichtsbeamte hatten zuvor bestätigt, dass man sich auf eine neue Unterkunft für Strauss-Kahn geeinigt habe. Sprecher David Bookstaver sagte, der Richter habe den Plänen zugestimmt. Die neue Unterkunft Strauss-Kahns liegt den Angaben der Gewährsperson zufolge in einer der vornehmsten Stadtteile Manhattans und verfügt über vier Schlafzimmer und fünf Badezimmer. Das Haus liegt in der Nähe des Gerichtsgebäudes, in dem der ehemalige IWF-Chef zu Anhörungen erscheinen muss.

Strauss-Kahns Anwalt William Taylor sagte am Mittwoch vor Journalisten, seinem unter Hausarrest stehenden Mandanten gehe es gut. „Es gibt nicht viel, das er machen kann.“

Der frühere IWF-Chef war nach seiner Freilassung aus der Untersuchungshaft zunächst in einem New Yorker Hochhaus nahe der Wall Street unter Hausarrest gestellt worden. Strauss-Kahn wird von bewaffneten Wächtern beobachtet und muss eine elektronische Fußfessel tragen. Seine Bewegungen werden von Kameras aufgezeichnet. Seine Unterkunft darf er nur für Gerichtstermine, Arztbesuche und Gottesdienste verlassen. Die Staatsanwaltschaft muss mindestens sechs Stunden vorher über geplante Ausgänge informiert werden.

Zwischen 22 Uhr und 6 Uhr darf Strauss-Kahn nicht nach draußen. Allerdings kann er Besuch empfangen. Zusätzlich zu Familienmitgliedern dürfen sich bis zu vier weitere Personen in der Wohnung aufhalten. Für seine Bewachung muss Strauss-Kahn rund 200.000 Dollar pro Monat aus eigener Tasche bezahlen. Nicht berücksichtigt ist dabei die Miete für das Haus, in dem er der Gewährsperson zufolge jetzt untergebracht ist. Im Internet war das Haus für 50.000 Dollar pro Monat zur Miete ausgeschrieben.

Strauss-Kahns neues Zuhause, ein vierstöckiges Tonwhouse, verfügt über ein eigenes Kino, einen Gymnastikraum und vier Badezimmer mit Whirlpool-Wannen und Dampfduschen. Laut Ausschreibung im Internet wurde das Haus erst vor kurzem renoviert. Das Wohnzimmer verfüge über einen Kamin sowie ein großes Dachfenster. Auch eine große Terrasse gehöre zum Mietpreis, heißt es. Das New Yorker Immobilienportal Curbed.com hatte vor einiger Zeit Fotos des Hauses veröffentlicht, das von dem maklerunternehmen Elliman seinerzeit zum kauf angeboten worden war - für rund 14 Millionen Dollar.

Die Nachfolge Strauss-Kahns wird auch Thema auf dem G8-Treffen im französischen Ferienort Deauville sein. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen allerdings stehen die Umwälzungen in der arabischen Welt. Die Mitgliedstaaten der Gruppe werden voraussichtlich Milliardenhilfen für Tunesien und Ägypten beschließen, nachdem die Herrscher dort von Protestbewegungen gestürzt wurden. Als Nachfolgerin Strauss-Kahns kandidiert die französische Finanzministerin Christine Lagarde. Mehrere Schwellenländer, darunter Russland, hatten zuletzt die ungeschriebene Regel kritisiert, dass der IWF-Chef stets aus Europa kommt.

Mitglied in der G8-Gruppe sind die USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Russland. Die Leitung des Gipfels hat der französische Präsident Nicolas Sarkozy als Gastgeber. Kanzlerin Angela Merkel will am Donnerstag im Bundestag zunächst eine Regierungserklärung zum Treffen abgeben, bevor sie nach Frankreich reist. Der Gipfel dauert bis Freitag.