Techno-Party

Flashmob verunsichert Vorpommerns Polizei

Trotz Verbots veranstalteten Raver im stillen, ländlichen Ducherow eine wilde Party. Die Polizei war überfordert. .

Eine spontane internationale Techno-Party mit rund 2000 Teilnehmern hat drei Tage lang Ordnungskräfte und Polizei in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. Die Techno-Fans aus mehreren Ländern, darunter Italien, Holland, Irland, Dänemark und Deutschland hatten ihre Party über einen sogenannten Flashmob über das Internet blitzartig in die Region Ducherow verlegt.

Dort versammelten sich die Raver in der Nacht trotz höchster Waldbrandgefahr auf einer abseits gelegenen Waldwiese, bauten Bühnen auf, zelteten und tanzten. Im Laufe des Tages war ein Teil der Techno-Fans abgereist, rund 300 waren am Abend aber immer noch auf dem Gelände am Wald.

„Die Übriggebliebenen sind betrunken oder stehen noch immer unter dem Einfluss von Drogen“, sagte ein Polizeisprecher. Sie könnten daher nicht gezwungen werden, die Wiese zu verlassen. Genügend Ausnüchterungszellen habe die Polizei nun mal nicht. Beamten beobachteten daher die Lage und kontrollierte weiter auf Drogenbesitz und Fahrtüchtigkeit, hieß es.

Das Ordnungsamt hatte schon vorher ein Verbot gegen den Auflauf erlassen. Dessen Umsetzung bereitete der Polizei aber Probleme. Die eingesetzten 70 Beamten beschränkten sich zunächst nur auf Kontrollen und nahmen Anzeigen auf. „Es gab keinen wirklich zuständigen Gesamtveranstalter“, hieß es. Dies sei vielleicht auch so gewollt gewesen.

Der Ordnungsamtsleiter Anklam-Land, Hermann Heidschmidt, kritisierte das mangelnde Eingreifen: „Das war in höchstem Maße unverantwortlich.“ Er bestand darauf, dass die Veranstaltung zwischen Leopoldshagen und Ducherow schnellstens aufgelöst werde. Anwohner hatten sich unter anderem über Lärm beschwert. „Einige fanden es aber auch gut, dass junge Leute ganz friedlich und ausgelassen einfach nur feierten“, sagte die Polizei. „Wir sind hier nicht in Woodstock“, meinte dagegen Heidschmidt.

Die Party war ursprünglich bei Cottbus in Brandenburg geplant. „Es gab etliche Bühnen, mehrere Stromaggregate und jeder war sein eigener Veranstalter“, schilderte Heidschmidt die Lage. „Wenn wir gewusst hätten, auf welchen Internetseiten sich solche Leute verabreden, wären wir eher eingeschritten.“ Ob dem Landwirt, dem die Wiese gehört, Schäden entstanden, sei noch nicht geklärt.

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