Grímsvötn-Ausbruch

Aschewolke erreicht England - und bald Deutschland

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Aschewolke erreicht Großbritannien

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Wegen der isländischen Vulkanasche haben Fluggesellschaften, darunter British Airways, easyjet, KLM und Aer Lingus erste Flüge gestrichen. US-Präsident Obama flog früher als geplant nach Großbritannien, um der Aschewolke auszuweichen.

Video: Reuters
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Der isländische Vulkan Grímsvötn stoppt den Flugverkehr: Nach Schottland und Irland hat die Grímsvötn-Aschewolke inzwischen England erreicht. Hunderte Flüge wurden gestrichen. Und schon heute könnte die Wolke die deutsche Küste erreichen.

Die Aschewolke des isländischen Vulkan Grímsvötn zieht im Laufe des Dienstags Richtung deutsche Küste. Bis zum Abend werde die Aschekonzentration an der Nordseeküste vermutlich Werte zwischen 0,2 und 2,0 Milligramm je Kubikmeter Luft erreichen, sagte Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Bei diesen Konzentrationen seien Flüge nur unter besonderer Aufsicht möglich. Betroffen sei die norddeutsche Küstenregion.

Auch die europäischen Luftaufsichtsbehörde Eurocontrol rechnet bereits am Dienstag mit ersten Störungen in Deutschland. Südliche Teile Skandinaviens, Dänemark und nördliche Teile Deutschlands könnten bedeckt werden, sagte der stellvertretende Leiter der europäischen Luftaufsichtsbehörde, Brian Flynn, auf einer Pressekonferenz in Brüssel.

Schottland und Nordirland seien bereits zum größten Teil unter der Wolke, sagte Flynn. 252 Flüge seien dort deswegen schon gestrichen worden. British Airways sagte vorsorglich alle Verbindungen zwischen London und Schottland für den heutigen Dienstagvormittag ab. KLM, Easyjet, Flybe, Aer Lingus, Loganair und Eastern Airways strichen ebenfalls Flüge von und nach Schottland und Nordengland. Unter anderem wurden Flüge am Flughafen Newcastle gestrichen. Die fünf Londoner Flughäfen mit mehreren hundert Flügen waren zunächst nicht betroffen.

Der britische Verkehrsminister Philip Hammond sagte, es handele sich um den größten Ausbruch eines Vulkans in Island seit 50 Jahren. „Es ist unzweifelhaft, dass ein Vorkommnis wie dieses einige Störungen bringt“, sagte er. Hammond machte jedoch deutlich, dass die Behörden auf die Situation weitaus besser vorbereitet seien als im vergangenen Jahr, als ein Vulkanausbruch in Island zu tagelangem Flugchaos in ganz Europa geführt hatte. Ein flächendeckendes Flugverbot wie im vergangenen Jahr werde es nicht geben. Stattdessen stünden die Fluggesellschaften selbst in der Verantwortung. Die Regelungen der Flugaufsicht seien wesentlich flexibler.

Die irische Fluggesellschaft Ryanair unternahm nach eigenen Angaben einen einstündigen Probeflug über Schottland. Es habe keinerlei Beeinträchtigungen durch Asche gegeben, teilte Ryanair mit.

Die Aschewolke störte den Flugverkehr auch im Westen von Norwegen und Dänemark. Der norwegische Flughafenbetreiber Avinor erklärte am Dienstag, betroffen seien Verbindungen von und zu den Flughäfen Stavanger und Karmoey.

Die dänischen Behörden schlossen im Nordwesten des Landes den Luftraum unter sechs Kilometer Höhe. In der Region befindet sich kein Flughafen. Trotzdem mussten am Flughafen Kopenhagen Flüge abgesagt werden oder waren verspätet.

Obama verkürzt Irland-Besuch

Die Asche brachte auch die Reisepläne von US-Präsident Barack Obama durcheinander. Er und seine Ehefrau Michelle verkürzten ihren Besuch in Irland um einen Tag und flogen schon am Montagabend von Dublin nach London.

Der aktivste isländische Vulkan Grimsvötn war am Sonnabend ausgebrochen, seitdem tritt Asche aus. Die Wetterverhältnisse in Island machten es schwierig, die Größe und Höhe der Wolke genau einzuschätzen, sagten Meteorologen des Landes. Aber Radaranzeigen machten deutlich, dass die Aschewolke nicht mehr so hoch wie kurz nach dem Ausbruch sei. Experten gingen von fünf bis sieben Kilometern aus. Im Laufe des Tages sollte ein Erkundungsflugzeug über die Region fliegen.

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