Brasilien

Mit Nadeln misshandeltes Kind wird operiert

In Brasilien muss der kleine Junge nach dem grausigen Ritual mit Dutzenden Metallnadeln am Herzen operiert werden. Das zweijährige Kind sei in ein Spezialkrankenhaus verlegt worden, wo ihm zwei Nadeln aus einer Herzkammer entfernt werden sollten, teilte ein Kliniksprecher mit.

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In Brasilien muss ein kleiner Junge nach einem grausigen Ritual mit dutzenden Metallnadeln am Herzen operiert werden. Das zweijährige Kind sei in ein Spezialkrankenhaus verlegt worden, wo ihm zwei Nadeln aus einer Herzkammer entfernt werden sollten, teilte ein Kliniksprecher mit.

Video: Reuters
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Der Stiefvater des Jungen hatte gestanden, dem Kleinen in einem Ritual schwarzer Magie Nadeln in den Körper gebohrt zu haben.

Die Nadeln in der linken Herzkammer des Kindes müssten entfernt werden, sagte der Arzt Fabio Contelle im nordostbrasilianischen Barreiras einem örtlichen Fernsehsender. Da es sich um einen komplizierteren Eingriff handele und das Krankenhaus in Barreiras keinen Herzchirurgen habe, müsse der Zweijährige in ein Krankenhaus in Salvador, der Hauptstadt des Bundesstaates Bahia, geflogen werden.

Nach der geplanten Operation in der Herzstation des Krankenhauses in Salvador sollte nach Angaben der Ärzte geprüft werden, ob weitere Nadeln entfernt werden müssten. Dies könnte aber noch gefährlicher sein als sie steckenzulassen.

Das Kind, dessen Name nicht öffentlich gemacht wurde, war am Sonntag mit Erbrechen und Schmerzen ins Krankenhaus gebracht worden. Dort entdeckten die entsetzten Ärzte beim Röntgen die Nadeln. Bei einer genaueren Untersuchung wurden 42 Stück gezählt.

Einer Krankenhaussprecherin zufolge waren die Ärzte gleich sicher, dass das Kind die Nadeln nicht geschluckt hatte. Röntgenbilder hätten gezeigt, dass sie überall in seinen Körper gestochen worden seien – auch in Hals, Oberkörper und Beine. Sogar die Lunge des Kindes wurde von einer Nadel verletzt. Im Magen-Darm-Trakt fand sich dagegen keine Nadel.

Der Junge wurde auf der Intensivstation behandelt. Nach Angaben des Krankenhauses in Barreiras war sein Zustand „ernst, aber stabil“. Der Junge werde über eine Sonde ernährt.

Der Stiefvater des Kindes, Roberto Carlos Magalhaes, legte kurz nach seiner Festnahme ein Geständnis ab. Er habe sich an seiner Frau rächen wollen. Der Mann sei von einer Geliebten zu der Tat angetrieben worden, die ihm geraten habe, das Kind durch das Ritual zu töten, teilte der Ermittler Helder Fernandes Santana mit. Magalhaes war am Dienstag abgetaucht, nachdem die Ermittler Verwandte des Kindes befragt hatten. Daraufhin hatte die Polizei eine groß angelegte Suche gestartet und ihn ausfindig gemacht.

Die 38-jährige Mutter des Kindes hatte zuvor gegenüber der Zeitung „A Tarde de Salvador de Bahia“ den Verdacht geäußert, ihr Sohn sei Opfer schwarzer Magie geworden. Sie habe entsprechende Gegenstände in ihrem Haus gefunden. In dem Haus lebte sie mit ihren sechs Kindern, ihrer eigenen Mutter und ihrem nun festgenommenen Ehemann, den sie erst vor einem halben Jahr geheiratet hatte.

Brasilien ist ein überwiegend katholisches Land, jedoch sind Aberglaube und heidnische Kulte vor allem in den ärmeren nördlichen Regionen weit verbreitet.