Gewalt

Achtjähriger erschießt Vater und Freund aus Mitleid

Dieses Verbrechen schockiert nicht nur den kleinen Ort St. John in Arizona, sondern die gesamten USA. Ein achtjähriger Junge hat dort vermutlich seinen Vater und dessen Untermieter brutal erschossen. Nun hat die Polizei ein Video veröffentlicht, in dem der Junge über die Tat spricht. Und darin sagt er Unfassbares.

Der Fall steckt auch noch für die Polizei von Arizona voller Rätsel. Bislang gibt es nur Vermutungen, was in dem Haus in St. John passiert ist. Wahrscheinlich war der Achtjährige aus der Schule nach Hause gekommen und hatte zur Waffe mit dem Kaliber .22 lfb gegriffen. Er wusste offenbar, wo er sie finden würde. Sein Vater, ein passionierter Jäger, bewahrte die Waffe im Haus auf. Seine Stiefmutter war zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht im Haus.

Dann fielen die Schüsse – der Junge gab jeweils zwei auf die beiden erwachsenen Männer ab. Die Polizei, die der Achtjährige selbst gerufen haben soll, entdeckte die Toten: Vincent Romero (29), der Vater des Jungen, lag erschossen im ersten Stock seines Hauses, sein Untermieter Tim Romans (39) vor dem Haus.

Zwei Mal wurde der Junge seitdem von der Polizei verhört. Eine der Aussagen, die auf Video aufgezeichnet wurde, ist jetzt teilweise von den Behörden veröffentlicht worden. Zwölf Minuten aus dem Verhör werden auf der Internetseite des US-Senders CNN gezeigt.

In dem Video sitzt der Junge mit gekreuzten Beinen in einem großen Sessel, während ihn zwei weibliche Beamte befragen. „Nachdem ich zum ersten Mal auf ihn (den Vater, Amerk. der Red.) geschossen hatte, bewegte er sich noch. Ich denke, ich habe dann noch einmal geschossen.“

Als Grund für diese zweiten, tödlichen Schüsse gibt das Kind einen gruseligen Grund an: „Ich habe erneut geschossen, weil sie litten“, sagt er den beiden Polizistinnen. Am Ende des Verhörs sieht man das Kind, wie es sein Gesicht hinter seiner Jacke versteckt und eine der beiden Frauen fragt: „Bist du in Ordnung, Kleiner?“

Das Kind hatte in einer ersten Befragung noch jegliche Beteiligung an dem Mord geleugnet. Demnach sei er aus der Schule heimgekommen und habe zuerst den Untermieter und dann seinen Vater gefunden. Sein Vater sei blutüberströmt gewesen. Er habe sich dann neben ihn gekniet und ihn möglicherweise auch angefasst. „Ich rief ‚Papa, Papa’. Dann lief ich nach oben und dann sah ich ihn da liegen, er war voller Blut im Gesicht und ich denke, ich habe ihn angefasst… Ich habe nichts gehört, ich saß einfach nur da und habe eine halbe Stunde geweint, direkt neben ihm“, so die erste Aussage des Jungen. Später habe er mit Hilfe der Nachbarn die Polizei gerufen. Bei einer zweiten Befragung gab der Junge jedoch zu, selbst die Waffe auf seinen Vater und dessen Freund abgefeuert zu haben.

Kritik kommt nach der Veröffentlichung des Videos von Seiten der Anwälte des Jungen: „Sie haben ihn zu Beginn der Befragung stark angegriffen. Das ist in dem Video zu sehen“, sagt Ben Brewer nach Medienberichten. Außerdem habe niemand das Kind über seine Rechte aufgeklärt und ein elterlicher Vertreter sei auch nicht anwesend.

Das Motiv für die Schüsse ist immer noch völlig unklar. „Wir haben geklärt, wer den Mord begangen hat, nun müssen wir das Geheimnis lösen, warum er überhaupt begangen wurde“, sagte Polizeichef Roy Melnick. St. John ist eine Gemeinde mit knapp 4000 Einwohnern im Nordosten von Phoenix.