Selige Blechbüchse

Ein Papstdenkmal erregt die römischen Gemüter

Vor dem Hauptbahnhof in Rom begrüßt seit Mittwoch eine überlebensgroße Statue von Johannes Paul II. die Passanten. Nicht allen Römern gefällt sie.

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Eine vor dem Hauptbahnhof in Rom enthüllte riesige Statue des früheren Papstes Johannes Paul II. sorgt für Unmut in der italienischen Hauptstadt. Einwohner bezeichneten das Denkmal, das Karol Wojtyla darstellt, als „beschämend„: „Wir wollen diese Statue nicht, sie sieht aus wie eine Blechbüchse“, zitierte die italienische Zeitung „Repubblica“ am Donnerstag eine ältere Frau. Die Zeitung „Corriere della Sera“ kritisierte, es gelinge der Nachbildung nicht, den Geist des kürzlich seliggesprochenen Papstes nachzuempfinden.

Das fünf Meter hohe Bronze-Denkmal des italienischen Künstlers Oliviero Rainaldi zeigt Johannes Paul II. lächelnd mit ausgebreiteten Armen.Der Kopf der Statue wird nicht von einem Körper, sondern von einer Struktur getragen, die wie ein ausladender, vorne offener Umhang aussieht.

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno hatte während der feierlichen Enthüllung am Mittwoch erklärt, der Vorplatz des Hauptbahnhofs sei der beste Standort für die Statue. „Sie wird jeden willkommen heißen und beschützen.“ Dazu zitierte „Repubblica“ einen Kritiker mit den Worten: „Obdachlose werden dort im Winter schlafen: Der Willkommens-Chrakater ist garantiert.“