Treffen in Brasilien

Kachelmanns Ex mit Richter Schill in Rio gesehen

Was führt die beiden zusammen? Die Ex-Geliebte von Jörg Kachelmann traf sich in Rio de Janeiro mit Hamburgs Ex-Innensenator Roland Schill.

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Der Vergewaltigungsprozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann hat in den letzten Wochen immer wieder eine Frage aufgeworfen: Wie sehr sind die Ex-Geliebten des TV-Stars mit den Medien und der Justiz selbst verbandelt? Immerhin treten sie alle auch als wichtige Zeuginnen der Verhandlung auf.

Zwei aktuelle Ereignisse lassen diese Frage noch brisanter klingen. Am 33. Prozesstag stellte das Mannheimer Gericht fest, dass eine der Frauen von dem Magazin „Bunte“ 50.000 Euro für ein Exklusiv-Interview bekommen hat. Nun berichtet die „Bild“-Zeitung, dass dieselbe Frau an der Copacabana mit dem ehemaligen Hamburger Innensenator und Juristen Ronald Schill gesehen wurde .

Woher die beiden sich kennen und warum sie sich getroffen haben, wollten sie dem Blatt nicht sagen.

Sicher ist, dass beide aus Hamburg stammen. Fakt ist auch, dass die 33-Jährige in einer zweiten Befragung demnächst dem Gericht darüber Auskunft geben soll, ob sie dem mutmaßlichen Vergewaltigungsopfer die zwei Flugtickets zugespielt hat, die am angeblichen Tattag zum Streit zwischen Kachelmann und dem mutmaßlichen Opfer geführt haben sollen. Die Tickets waren auf den Namen des Angeklagten Jörg Kachelmann und der Zeugin ausgestellt. Der Prozess könnte zwischen den beiden Gesprächsthema gewesen sein. Auch weil Schill dem Kachelmann-Verteidiger laut "Bild" schon einmal begegnet ist.

Ronald Schill war Gründungsvorsitzender der inzwischen aufgelösten rechtspopulistischen Partei Rechtsstaatlicher Offensive und von 2001 bis 2003 Zweiter Bürgermeister und Innensenator von Hamburg. 1999 bis 2001 sorgte der heute 52-Jährige für Aufsehen durch ein Strafverfahren wegen Rechtsbeugung. Schill, der in der Presse als "Richter Gnadenlos" bekannt war, wurde freigesprochen.

Schill und Schwenn – gemeinsame Vergangenheit

2002 war gegen Schill wegen einer angeblichen Kokain-Affäre ermittelt worden. Nachdem er sich freiwillig der Analyse einer Haarsträhne unterzogen hatte, bei der keine Spuren des Rauschmittels festgestellt wurden, wurde das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Betäubungsmittelbesitzes eingestellt.

Ein Zeuge, der bei dem Verfahren aussagte, wurde laut „Bild“ juristisch vertreten von Johann Schwenn – dem Anwalt von Jörg Kachelmann.

Dieser versucht im Vergewaltigungsprozess gegen den Wettermoderator die Zeugin, die sich jetzt mit Schill in Rio traf, als unglaubwürdig darzustellen. Schwenn hatte beantragt, dass die Zeugin dem Gericht die Honorarvereinbarung vorlegt. Dem kam sie nach.

Schwenn sprach dann in Mannheim von einer „Rekordsumme“ und warf die Frage auf, welche Gegenleistungen die Zeugin neben dem Interview noch erbracht habe. Die „Bunte“ hatte bereits vor Beginn des Prozesses eine Titelgeschichte mit der Ex-Freundin von Jörg Kachelmann publiziert, in der sie ausführlich über ihre frühere Beziehung zu dem Schweizer sprach und zum Teil pikante private Details über dessen Sexleben preisgegeben hatte.