Trennunngsgrund

Schwarzenegger bekennt sich zu unehelichem Kind

Ein uneheliches Kind war offenbar der Anlass für die Trennung von Arnold Schwarzenegger und seiner Ehefrau. Der frühere kalifornische Gouverneur habe ihr kürzlich gestanden, ein Kind mit einer Hausangestellten gezeugt zu haben, heißt es.

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Arnold Schwarzenegger gibt zu, vor mehr als zehn Jahren ein Kind mit einer damaligen Hausangestellten gezeugt zu haben.

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Die Geschichte prominenter Würdenträger mit unehelichen Kindern liest sich imposant. Frankreichs Francois Mitterand, die Bayern Horst Seehofer, Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer und – schon länger her – der amerikanische Verfassungsvater Thomas Jefferson waren allesamt Väter im Haupt- und Nebenamt; Jefferson war mit einer Sklavin liiert.

Dennoch ist die neueste Enthüllung über Arnold Schwarzenegger ein besonderer Fall. Mutter und Kind lebten nämlich praktisch eine lange Zeit mit im Familienhaushalt. Und die Ehefrau war in die Verabredung des früheren Filmstars ganz offensichtlich nicht eingeweiht.

Das Geständnis kam erst nach Ende seiner Amtszeit als Gouverneur

Schwarzenegger zeugte demnach vor mehr als zehn Jahren ein Kind mit einer Hausangestellten, die insgesamt 20 Jahre lang im Anwesen der Familie in Brentwood arbeitete, einem Vorort von Los Angeles. Erst vor ein paar Monaten, nach dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien, gestand er dies seiner Frau Maria Shriver, wie er jetzt der „Los Angeles Times“ mitteilte.

Maria Shriver wollte das Geständnis nicht kommentieren, erklärte ein Sprecher. Es liegt auf der Hand, dass die Affäre und Vaterschaft der Grund für die Trennung sind. Shriver verließ im Januar das Anwesen und zog in ein Hotel; das Paar trat aber weiterhin gelegentlich gemeinsam auf.

Erst vergangene Woche hatten die beiden erklärt, getrennte Wege zu gehen und von einer „Zeit großen persönlichen und beruflichen Wandels für uns beide“ gesprochen. Ursachen waren damals nicht genannt worden. Immerhin versicherte man sich der gegenseitigen Liebe und pries die gemeinsamen Töchter und Söhne.

Das seit 25 Jahren verheiratete Paar hat vier Kinder im Alter von 13 bis 21 Jahren. Als Republikaner, der mit einer gleichfalls berühmten Journalistin und Demokratin verheiratet ist, stand Schwarzenegger immer für Familienwerte ein. Niemand wusste, dass es gleich zwei Familien unter einem Dach waren.

Schwarzenegger selbst teilte jetzt in einer schriftlichen Mitteilung mit: „Ich verstehe und verdiene den Zorn und die Enttäuschung bei meinen Freunden und der Familie. Es gibt keine Entschuldigung und ich übernehme die ganze Verantwortung für den Schmerz, den ich damit verursacht habe.“ Der Schauspieler bat um Rücksichtnahme für seine Frau und Kinder. „Aufmerksamkeit und Kritik gehen ausschließlich zu meinen Lasten, nicht zu ihren.“

Haushälterin nicht namentlich bekannt

Den Namen der Frau und des Kindes nannte die „L.A Times“ nicht. Die Angestellte hatte bislang stets ihren damaligen Ehemann als Vater des Kindes ausgegeben. Als Schwarzeneggers Geständnis jetzt publik wurde, verweigerte sie jeden Kommentar.

Die Frau war erst im Januar in den Ruhestand getreten. „Ich wollte meine 20 Jahre erreichen, dann habe ich um die Pension gebeten“, sagte sie der Zeitung. Sie habe die Familie „im Guten“ verlassen. Schwarzenegger soll von Anfang an Unterhalt für das Kind gezahlt haben, hieß es aus dem Umfeld des Filmstars.

Schwarzenegger, gebürtiger Österreicher und als Bodybuilder Mister Universum, gefiel sich sowohl in seinen Rollen als auch im politischen Amt als kantiger Problemlöser. Das führte weit über die Action-Darstellung hinaus. In mehreren Filmen trat er als fürsorglicher Vater und kinderliebender Held auf.

Basta la vista, ein Baby

In „Kindergarten Cop“ bändigt er mit herrischer Disziplin eine Schar renitenter Zöglinge und verliebt sich gleich in eine alleinerziehende Mutter. „Versprochen ist versprochen“ handelte 1996 davon, wie Schwarzenegger vor Weihnachten verzweifelt versucht, das richtige Spielzeug für seinen Sohn zu finden, den „Turbo-Man“. Vor lauter Sorge um den Nachwuchs ging viel zu Bruch.

Der Star spielte gerne ironisch mit seinem Image. Die Spötter des US-Fernsehens werden viel Freude an den Enthüllungen haben. Kindergarden Snob. Basta la vista, ein Baby. Der Familien-Terminator.

Über Maria Shriver berichten amerikanische Blätter, sie sei seit Jahren unglücklich gewesen, habe aber die Trennung nicht forciert, so lange ihr Mann noch Gouverneur war und ihre Eltern lebten. Im Januar starb Sargent Shriver, ihr Vater, an Alzheimer; die Mutter Eunice Kennedy Shriver ist seit 2009 tot.

Maria Shriver stand stets an seiner Seite

Maria Shriver hatte ihren Job beim Fernseh-Sender NBC aufgegeben, als ihr Mann 2003 zum Gouverneur gewählt wurde. Im Wahlkampf hatte sie damals eng an seiner Seite gestanden, als Vorwürfe aufkamen, Schwarzenegger habe als Schauspieler zahlreiche Affären gehabt. Auch sexuelle Belästigung wurde ihm vorgeworfen.

Die Ehefrau verteidigte ihn stets öffentlich, auch als er die Anschuldigungen nicht mehr als falsch zurückwies, sondern sich entschuldigte und zugab, er habe sich „gelegentlich schlecht benommen“. Er habe höchsten Respekt vor Frauen, versicherte die Ehefrau.

Maria Shriver ohne Ehering

Damals war das uneheliche Kind schon geboren. Als First Lady von Kalifornien engagierte sich Shriver in vielerlei Hinsicht, unter anderem organisierte sie eine jährliche Konferenz über Frauen.

In diesem Jahr hat Shriver wieder als Journalistin gearbeitet. Sie trat ohne Ehering auf. Über Twitter bedankte sie sich letzte Woche nach der Trennungsankündigung warmherzig für Mitgefühl und Unterstützung. „Ich bin überwältigt wegen all der Liebe“, schrieb sie.

Schwarzenegger plant derzeit seine Rückkehr ins Filmgeschäft. Er hat Verträge über rollen abgeschlossen, will eine TV-Serie produzieren.

Politische Beobachter gehen fest davon aus, dass Schwarzenegger seine Memoiren schreiben und publizieren wird. Es darf als sicher gelten, dass die Erinnerungen an das Familienleben in seinem Haus in Brentwood nicht nur in der amerikanischen Öffentlichkeit mit begeisterter Aufmerksamkeit gelesen werden.