Strafantrag gestellt

Odenwald-Lehrer soll Kinderpornos gedreht haben

Ein ehemaliger Musiklehrer der Odenwaldschule soll Kinderpornos gefilmt und fotografiert haben. Einem Zeitungsbericht zufolge nötigte er Schüler auf Urlaubsfahrten, nackt für die Kamera zu posieren. Das jüngste Kind sei dabei neun Jahre alt gewesen. Ein Schüler, der sich beschwerte, wurde der Schule verwiesen.

Foto: dpa

Von den Kinderporno-Drehs an der Odenwaldschule berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS).

Laut Zeitungsbericht nötigte der Musiklehrer die Schüler auf Urlaubsfahrten, nackt für die Kamera zu posieren. Ein Liebhaber und früherer Schüler des Musiklehrers soll bei den Aufnahmen geholfen haben und auch dabei, „ein noch unberührtes Kind gleichsam zu initiieren“.

Nachdem H. in Pension gegangen sei, habe der frühere Schüler mit diesem zusammengelebt und ihn bis zum Tod gepflegt. Die Opfer der sexuellen Übergriffe befürchten, dass die Bilder als Teil der Erbmasse des Mannes bekanntwerden könnten, schreibt die "FAS".

Eines der Opfer habe Strafantrag erstattet. Der Fall sei aber verjährt, heißt es in der "FAS“. Der beschuldigte Lehrer sei 2006 gestorben. Er habe laut "FAS“ von 1966 bis 1989 an dem Elite-Internat im südhessischen Heppenheim unterrichtet.

Die ersten Vorwürfe gegen den Lehrer sollen von Seiten der Schüler bereits 1968 erhoben worden sein. Ein 13-Jähriger hatte damals rund zehn Kinder zusammen geholt, die dem damaligen Direktor von den Vorfällen berichteten. Doch nicht der Musiklehrer wurde der Schule verwiesen, sondern der Schüler, der sich beschwert hatte.

Die Odenwaldschule ist für ihre sogenannte Reformpädagogik bekannt. Zu dem Konzept gehört unter anderem eine enge, fast familiäre Bindung zwischen Lehrern und Schülern.