Fahndungserfolg

International gesuchter Pädophiler identifiziert

Zum ersten Mal hatte Interpol ein Fahndungsfoto veröffentlicht. Aus kinderpornografischen Bildern im Internet hatte die Polizeibehörde das Foto eines mutmaßlichen Kinderschänders rekonstruiert. Mit Hinweisen aus der Öffentlichkeit ist der Mann nun identifiziert.

Foto: REUTERS

Ein von Interpol weltweit gesuchter Kinderschänder ist nach Angaben der thailändischen Polizei ein 32-jähriger Kanadier. Polizeisprecher Apichart Suriboonya sagte, der Verdächtige Christopher Paul N. sei am vergangenen Donnerstag auf dem Flughafen in Bangkok gelandet. „Er hält sich in Thailand auf, und wir haben ihn noch nicht gefasst“, sagte Suriboonya. Die Polizei hole derzeit Beweise und Informationen aus den Nachbarländern und von Interpol ein, damit ein Haftbefehl erlassen werden könne. Die an der Fahndung beteiligten Behörden würden seit der Einreise des Verdächtigen eng zusammenarbeiten.

Interpol hatte in Lyon erklärt, den international gesuchten Kinderschänder nach mehr als 350 Hinweisen aus aller Welt identifiziert zu haben. Aus Ermittlungsgründen hatte Interpol darauf verzichtet, seinen Namen, seine Nationalität sowie sein Geburtsdatum zu veröffentlichen. Der Mann habe in einer südkoreanischen Schule Englisch unterrichtet und sei am 11. Oktober von Seoul nach Bangkok geflogen, wo ihn Überwachungskameras gefilmt hätten. Interpol hat die Bilder auf seiner Internetseite veröffentlicht. Wer den Mann kenne, solle sich umgehend mit der örtlichen Polizei oder der jeweiligen Interpol-Stelle in seinem Land in Verbindung setzen.

Der Generalsekretär von Interpol, Ronald Noble, begrüßte die Hinweise und den „bemerkenswerten Beitrag der Öffentlichkeit“, „die in einem so kurzen Zeitraum so beachtliche Fortschritte“ ermöglicht hätten. Interpol hatte am 7. Oktober erstmals einen mutmaßlichen Pädophilen zur weltweiten Fahndung ausgeschrieben. Grundlage waren im Internet entdeckte Bilder des Mannes mit Jungen aus Vietnam und Kambodscha ab einem Alter von etwa sechs Jahren. Das Bundeskriminalamt BKA hatte das auf den Fotos digital verfälschte Gesicht des Täters rekonstruiert. Laut Interpol reist Mann vermutlich um die Welt, um seine sexuellen Neigungen zu befriedigen.

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